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(
) Die Heldin unserer Geschichte, Tomurcuk, war erst zwei Jahre alt, als sie
begann, dieWelt zu erforschen, und es machte ihr mehr Spaß als alles andere. Mit
ihren ganzen 65 Zentimetern saß sie auf dem Schoß ihrer Mutter. Sie waren unterwegs
in einem Bus. Plötzlich blieben Tomurcuks Augen an einem Loch hängen, das
nicht größer war als eine Ameise. Sie steckte ihren winzigen Finger hinein und
begann mit der Untersuchung. Je weiter die Untersuchung fortschritt, umso größer
wurde das Loch im T-Shirt. Tomurcuk fand das großartig, aber das Gleiche konnte
man für den Gegenstand ihrer Nachforschungen nicht behaupten. Was sie da nämlich
erforschte, war der Rücken eines Jungen, der in der Reihe vor ihnen saß, und
sich dummerweise irgendwo ein Loch ins T-Shirt gerissen hatte. Dieser dachte, es
wäre ein Mückenstich, was ihn so juckte, und kratzte sich genervt am Rücken.
Irgendwann schöpfte er dann aber doch Verdacht... Er drehte sich fragend um, aber
Tomurcuk sah er nicht. Das kleineMädchen saß da und wartete mit großen Augen
auf das Ergebnis ihrer Nachforschung, das ja nun ganz und gar nicht schlecht war.
Immerhin ein riesiges Loch, was sie da in das T-Shirt des armen Jungen reingebohrt
hatte. Tomurcuk fand ihre Forschungsstudie einfach umwerfend!
Der zweite Vorfall war sogar noch viel besser. Tomurcuk, die während einer
Busfahrt auf dem Schoß ihres Vaters saß, war wie immer nicht zu bremsen.
«Schau, Tomurcuk! Schau, da draußen!»
Wie sollte Tomurcuk Dinge untersuchen, die so weit weg waren? Sie konnte doch
nur mit ihren Fingern erforschen! Und das tat sie auch. Zuerst bohrte sie ihre Blicke
in die Plastiktüte, die der Mann, der über ihrem Vater stand, bei sich trug. Sie wollte
nur zu gern wissen, was da drin war. Der Verlockung war nicht zu widerstehen.
Langsam bohrte sie mit ihrem kleinen Finger ein Loch in die Plastiktüte und
begann, den Inhalt zu untersuchen. Im Laufe der Untersuchung rieselte es weiß auf
die lockigen Haare ihres Vaters. In der Tüte waren nämlich 5 Kilo Zucker!
Tomurcuk lachte hell auf. Je schwerer der Kopf ihres Vaters wurde, um so leichter
wurde die Plastiktüte. Der Mann hatte jetzt zwar weniger zu tragen, dafür fing aber
ihr Vater an zu schreien «Passen Sie doch auf ! Was hat denn Ihr Zucker in meinen
Haaren zu suchen?»
«Das wollte ich Sie gerade fragen», sagte der Mann verdutzt. «Hier haben Sie die
Tüte, da können Sie gleich Ihren ganzen Kopf reinstecken».
Zum Glück verdächtigte keiner Tomurcuk, und am Ende versöhnten sich dann
auch alle. Und als Tomurcuk dann ihrem zuckrigen Vater ein Küsschen gab, musste
sie einfach auch ein bisschen schlecken.
All das war natürlich passiert, bevor die unsichtbaren Mauern auftauchten, die
«Nein» und «Das-geht-nicht» hießen. Ein Loch in eine Tüte oder in Stoff zu
bohren, war keine Kunst. Aber etwas Unsichtbares zu durchbrechen war doch
ziemlich schwierig. Diese Mauern, die «Nein», «Das-geht-nicht» und «Lassdas
» hießen, waren härter als Stahl.
Ein paar Mal hatte Tomurcuk versucht, über diese Mauern zu springen. Sie hatte es
aber gleich danach bereut. Denn die Strafe dafür war doch ziemlich hoch. Sie
musste auf Trickfilme im Fernsehen verzichten oder bekam gar Hausarrest.
So kam es, dass Tomurcuk einen neuen Weg ausfindig machte, diese Mauern zu
durchlöchern. Es war eine außergewöhnliche Entdeckung! Die Erwachsenen
müssen einfach zugeben, dass jedes Kind diesbezüglich ein Genie ist. Und
Tomurcuk war eines dieser Kinder. (
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