«Eine Saison in Hakkari» | «Kalte Nächte» | «Crossing The Bridge – The Sound of Istanbul» |
«Aus der Ferne» | «Yasemin» | «Fightgirl Ayse»



Filmreihe des JFCMedienzentrum Köln zu den
Türkischen Kinder- und Jugendbuchwochen
6. bis 25. September 2009



An den jährlichen Jugendbuchwochen in Köln, die in diesem Jahr der Türkei gewidmet sind, beteiligt sich das JFC Medienzentrum Köln wieder mit einem Filmprogramm. Sechs Filme, die sich auf ganz unterschiedlicheWeise mit der Türkei und dem Leben türkischer Mitbürger in Deutschland und Europa befassen, bieten Lehrern und ihren Schulklassen die Möglichkeit, den Unterricht ins Kino zu verlegen.
Da türkische Kinderfilme in Deutschland in der Regel nicht erhältlich sind, richten sich die Filme an ein jugendliches Publikum.

VERANSTALTUNGSORT:
Filmhaus Kino
Maybachstraße 111, 50670 Köln
Tel. 02 21 – 222 710 22

Information und Anmeldung für Gruppen (dringend erforderlich)
Eintritt: EUR 2,50
JFCMedienzentrum Köln
Tel. 02 21 – 130 56 150, Fax 02 21 – 130 56 15 99







Dienstag, 8. September, 10.00 Uhr
im Filmhaus Kino

«Eine Saison in Hakkari»
Türkei/BR Deutschland, 1982/83
Regie: Erden Kiral, nach dem Roman von Ferit Edgü
109 Min.
Empfohlen ab 14 Jahren


Das Leben in einem unwirtlichen türkischen Gebirgsdorf an der Grenze zum Iran, gesehen durch die Augen eines strafversetzten Lehrers.

Im hintersten Winkel der Türkei, kurz vor der Grenze zum Iran, liegt das Dorf Yonkali. Hierhin wird ein Lehrer strafversetzt, der dort den Winter verbringen muss. Es fehlt an einer Straße, Unterrichtsmaterial, aber auch an Verständnis für die Nöte und für die Bedingungen, unter denen die Kinder des Dorfes leben müssen. Abgeschnitten durch hohe Schneeberge muss sich der Lehrer mit dieser nicht nur materiellen Armut auseinandersetzen. Gleichzeit sehnt er sich nach einem anderen Leben, danach, ein anderer zu sein.
Regisseur Erden Kiral schuf mit dem Film
«Eine Saison in Hakkari» einen Klassiker des türkischen Kinos, der einen Blick auf eine unwirkliche Landschaft mit einem Einblick in fast unwirkliche Lebensumstände verbindet.
Die Sprachlosigkeit des Films entspricht der Sprachlosigkeit der Menschen dort. «Eine Saison in Hakkari» wurde bei seinem Erscheinen in der Türkei von der Zensur verboten, bei den Berliner Filmfestspielen 1983 jedoch mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet.









Donnerstag, 10. September, 10.00 Uhr
im Filmhaus Kino

«Kalte Nächte»
BR Deutschland 1995
Regie: Kadir Sözen
92 Min.
Empfohlen ab 14 Jahren


«Kalte Nächte» ist das packende Spielfilmdebüt des jungen Filmemachers Kadir Sözen über vier Straßenkids in Istanbul, ihre Musik und ihren Weg zum Erfolg.

Ihr Leben ist die Straße, und ihre Musik erzählt davon. Jacky an der Laute; Tomix, der virtuose Geiger; Tam-Tam, der die Darbuka mit schwindelerregender Schnelligkeit spielen kann. Die Geschäfte kontrolliert Mahmud, der Gossenimpressario, die Gage für die Musiker besteht in ärmlicher Unterkunft und Verpflegung. Gemeinsam ist der Traum: die große Karriere. Im Sommer zieht die Gruppe durch die Touristenorte an der Westküste. Das Publikum ist begeistert, das Geld fließt reichlicher als zuvor. Mit dem Erfolg wächst der Widerwillen der jungen Musiker gegen ihren Manager. Der Traum von der musikalischen Karriere wird zum Traum von der Unabhängigkeit.
«Kalte Nächte» wurde weitgehend ohne professionelle Schauspieler gedreht. Die Jugendlichen werden dargestellt von Straßenkids, die ihren Lebensunterhalt tatsächlich durch Musizieren verdienen. Keiner von ihnen verfügt über Schulbildung oder hatte vor den Dreharbeiten ein Kino von innen gesehen.









Dienstag, 15. September, 10.00 Uhr
im Filmhaus Kino

«Crossing The Bridge – The Sound of Istanbul»
BR Deutschland 2005
Regie: Fatih Akin
90Min.
teilweise untertitelt
empfohlen ab 12 Jahren


Regisseur Fatih Akin («Gegen die Wand», 2004) und Alexander Hacke, der Bassist der «Einstürzenden Neubauten», erkunden die Musikszene Istanbuls und porträtieren fünfzehn unterschiedliche Gruppen und Interpreten.

Was ist «The Sound of Istanbul»? Spiegel einer stetig wachsenden 15-Millionen-Metropole, in der die verschiedensten Ethnien mitund nebeneinander leben und das Stakkato der Moderne den Rhythmus des Alltags diktiert? Hacke und Akin porträtieren 15 unterschiedliche Gruppen und Interpreten, die eine eindrucksvolle Vielfalt repräsentieren und ungeahnte musikalische Facetten enthüllen. Duman beispielsweise ist ein Vertreter des «Turkish-Rock», einer ziemlich punkigen Grunge-Variante. Ceza hingegen ist die «türkische Antwort auf ,Public Enemy’», der ausschließlich auf politische Inhalte setzt. Im Szeneviertel Beyoglu pflegt die Gruppe Replikas eher artifizielle Rockmusik, während die
Mitglieder des Projekts Orient Expressions ostanatolische Klänge in ihre Beats und Loops mixen. Vier herausragende Beispiele einer pulsierender, türkischen Underground- Kultur.









Freitag, 18. September, 10.00 Uhr
im Filmhaus Kino

«Aus der Ferne»
Deutschland 2005
Regie: Thomas Arslan
93Min.,
teils untertitelt
Empfohlen ab 14 Jahren


Der deutsch-türkische Regisseur Thomas Arslan besucht im Frühsommer 2005 die Türkei. Im Fokus seines Blicks stehen die Alltagsszenen, die er im Land seines Vaters vorfindet.

Einen solchen Film wünschte man sich auch über das eigene Land: Im Film von Thomas Arslan finden wir eine gänzlich unbekannte Türkei, die sich in keinem Reiseführer findet, obwohl seine Route von Istanbul über Gaziantep und Van bis an die iranische Grenze den Pfaden der Touristen folgt. Doch statt bei malerischen Sehenswürdigkeiten weilt der Film lieber bei banalen Alltagsszenen, in Nebenstraßen oder einer kleinen Nähstube.
Thomas Arslan sagt: «Ich wollte meinen Blick öffnen für einfache, konkrete Dinge, das tägliche Leben in diesem Land.» So tummelt er sich in den kleinen Gassen der Städte und auf Schulhöfen, blickt seinen Landsleuten über die Schulter. Entstanden ist ein konzentrierter, ruhiger und nahezu wortloser Film: authentisches Dokumentarkino.









Dienstag, 22. September, 10.00 Uhr
im Filmhaus Kino

«Yasemin»
BR Deutschland 1987/88
Buch und Regie: Hark Bohm
86Min.
Empfohlen ab 16 Jahren


Ein Film, der die wesentlichen Probleme der Verständigung zwischen türkischen Kindern, die in Deutschland aufgewachsen sind, und ihren Eltern berührt.

Da ist zum einen Yasemin, 17 Jahre, Gymnasiastin. Sie ist die Tochter eines türkischen Gemüsehändlers und in Deutschland aufgewachsen. Und dann ist da Jan, 20 Jahre, Student mit einem eher lockeren Lebensstil. Die beiden verlieben sich ineinander. Yasemin stößt in ihrer Familie mit ihrer Liebe auf wenig Verständnis. Zum ersten Mal muss sie sich mit den Traditionen und Wertvorstellungen ihrer türkischen Familie auseinandersetzen. Als ihr Vater sie in die Türkei zurückbringen will, um die Beziehung mit Jan unmöglich zu machen, muss Yasemin eine Entscheidung treffen.
Der Film ist ein Klassiker des Schulkinos, der seit den Neunziger Jahren immer wieder für Diskussionen im Unterricht über die Unterschiede zwischen deutscher und türkischer
Kultur gesorgt hat. Er ist im Stil einer spannenden, gelegentlich anrührenden Kinogeschichte erzählt und erhielt 1989 u.a. den Deutschen Filmpreis.









Donnerstag, 24. September, 10.00 Uhr
im Filmhaus Kino

«Fightgirl Ayse»
Dänemark 2007
Regie: Natasha Arthy
96Min.
Empfohlen ab 14 Jahren


Ayse will die beste aller Kung-Fu-Kämpferinnen werden – gegen den Willen ihrer Eltern.

Ayse ist siebzehn und hat eine große Leidenschaft: Kung-Fu, da will sie die beste Fighterin werden. Ihre türkischen Eltern sehen das ganz anders: Sie soll erst mal Abitur machen, und ein Training mit Jungs ist sowieso unvorstellbar. Also geht Ayse heimlich zur Martial-Arts-Schule. Ihr Meister hat auch schon einen persönlichen Trainer für sie ausgesucht: Emil. Und es kommt, wie es kommen muss: Emil verliebt sich in Ayse, und diese gerät in einen Strudel von widersprüchlichen Gefühlen, zerrissen zwischen ihrem Willen zu einem eigenständigen Leben und ihrer türkischen Welt von Tradition und Gehorsam.
«Fightgirl Ayse» ist ein charismatisch gespieltes Drama und bietet hervorragendes Kung-Fu in seinen Martial-Arts-Szenen.