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August Sander: xxx , © Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn, 2003/4

August Sander: Konditor, 1928 , © Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn, 2003/4
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August Sander. Menschen des 20. Jahrhunderts.
Das große Portraitwerk und Arbeiten seiner Künstlerfreunde
Berlin, 10. Oktober 2003 11. Januar 2004
Martin-Gropius-Bau
Niederkirchnerstr. 7 (Ecke Stresemannstr.), 10963 Berlin
Die Ausstellung August Sander. Menschen des 20. Jahrhunderts zum gleichnamigen Portraitwerk des berühmten deutschen Photographen setzt ihre Tournee fort und macht im Herbst dieses Jahres Station im Martin-Gropius-Bau, Berlin. In die Präsentation des uvres von August Sander (1876 1964), die in dieser werkgerechten Auswahl als Premiere angesehen werden kann, haben rund 250 hochkarätige originale Abzüge (Vintage Prints) des Photographen Eingang gefunden. Er selbst hatte zu Lebzeiten keine Gelegenheit, sein über vier Jahrzehnte erarbeitetes Werk in einer solch umfangreich angelegten Form auszustellen oder zu publizieren. Die rund zehnjährige Forschung, die in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur in Köln durch Dr. Susanne Lange, Gabriele Conrath-Scholl und Gerd Sander geleistet wurde, ermöglicht nun einen den Intentionen von August Sander folgenden Einblick in das faszinierende Bildkonvolut, dessen Entwicklung durch zahlreiche hinzugezogene Dokumente und Materialien veranschaulicht und erläutert wird. Besonders hervorhebenswert ist in diesem Kontext ein Ausstellungsbereich, der eigens für die Berliner Station erweitert wurde. In räumlicher Nähe zu den Originalabzügen versammeln sich darin rund 200 ausgesuchte Arbeiten verschiedener Künstler aus dem Freundeskreis von August Sander, wie von Franz Wilhelm Seiwert, Heinrich Hoerle, Jankel Adler, Gerd Arntz, Gottfried Brockmann, Otto Dix, Otto Freundlich, Franz M. Jansen oder Hans Schmitz. Sie alle standen im engen Austausch mit dem Photographen, und ihre Gemälde, Skulpturen und insbesondere ihre im Bereich der Graphik realisierten Mappenwerke visualisieren thematische Parallelen und methodisch vergleichbare Arbeitsansätze, die innerhalb des Künstlerkreises spartenübergreifend Umsetzung fanden.
Das Portraitwerk für das Sanders Konzept sieben Gruppen mit insgesamt über 45 Bildmappen vorsah, die sich inhaltlich an den verschiedenen Gesellschafts- und Berufsgruppen orientieren, wird unter den vom Photographen vergebenen Gruppentiteln in seiner ganzen Bandbreite gezeigt: Der Bauer, Der Handwerker, Die Frau, Die Stände, Die Künstler, Die Großstadt und Die letzten Menschen eine Gruppe, die an anderer Stelle von Sander als Alter, Krankheit und Tod bezeichnet wurde und damit die Bedeutung der Aufnahmen nochmals klarer fasst. Der Besucher der Ausstellung wird neben den Ikonen der Sanderschen Photographie wie die der drei Jungbauern aus dem Westerwald, aufgenommen vor dem Ersten Weltkrieg, den aus den zwanziger Jahren stammenden Bildern des beleibten Konditors im weißen Kittel und des symbolträchtig mit Steinen beladenen Handlangers, eine Vielzahl anderer prägnanter Motive entdecken können. Stehen die weithin bekannten Bilder vor allem repräsentativ für Sanders unmittelbaren, sachlich exakt abbildenden Stil, so belegen sämtliche seiner Aufnahmen nicht nur die scharfe Beobachtungsgabe und das psychologische Einfühlungsvermögen des Photographen, sondern führen auch kulturhistorische Aspekte und Entwicklungen lebhaft vor Augen: Handwerke etwa, die einer zunehmenden industriellen Fertigung gewichen sind, den Wandel des Frauenbildes innerhalb der Gesellschaft oder allgemeiner, unterschiedliche soziale und politische Lebens- und Berufsauffassungen, die sich in der jeweiligen Portraitaufnahme durch eine charakteristisch erfasste Gestik der Menschen, ihre Frisuren, ihre Kleidung oder auch durch die von ihnen mitgeführten Utensilien ausdrücken. Gleichfalls geprägt von einer bemerkenswerten Kenntnis des Portraitfachs sowie einem großen Respekt gegenüber dem Individuum, das stets vor dem Hintergrund seines Lebensumfeldes betrachtet wird, spiegelt Sanders Werk in absoluter Naturtreue ein Bild seiner Zeit (August Sander), dessen Einfluss auf die Photographie und Gegenwartskunst von immenser Bedeutung ist. Die Ausstellung und der dazu erschienene siebenbändige Werkkatalog zuzüglich Studienband kann als ein Jahrhundertwerk auf dem Gebiet der Photokunst (Klaus Honnef) angesehen werden, in der August Sander neben Eugène Atget, Karl Blossfeldt, Albert Renger-Patzsch, Walker Evans sowie Bernd und Hilla Becher eine feste Größe darstellt.
Die Exponate der Ausstellung stammen größtenteils aus der Photo-graphischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln, zu deren Bestand das August Sander Archiv zählt und somit weltweit die größte Sammlung zum Werk von August Sander betreut. Weitere Leihgeber sind das Agfa-Foto-Historama, Köln, das Museum Ludwig, Köln, die Stadt Herdorf, die Schweizerische Stiftung für Photographie, Zürich, sowie weitere private Leihgeber. Die zur Ausstellung des Portraitwerks gezeigten Malereien, Skulpturen und Graphiken gehören zur Privatsammlung von Gerd Sander, der seit vielen Jahren die Kunstsammlung seines Großvaters soweit eben möglich in dessen Sinn erweitert hat.
SIDESTEPS - ein Programm mit Lesungen, Vorträgen, Präsentationen und Gesprächsrunden wird die Ausstellung begleiten.
Die Ausstellung August Sander. Menschen des 20. Jahrhunderts und das ausstellungsbegleitende Programm wird von der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln, in Zusammenarbeit mit dem Sparkassen-Kulturfonds des deutschen Sparkassen- und Giroverbandes Berlin, dem Martin-Gropius-Bau Berlin, sowie der Stadtsparkasse Köln durchgeführt.


Links zum Thema:
Martin-Gropius-Bau Berlin

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