Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln

Ausgehend von dem Werk des bedeutenden deutschen Photographen August Sander gilt die Arbeit der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn der sachlich dokumentarischen und konzeptuell ausgerichteten Photographie. An diesem fest umrissenen Sammlungsgebiet orientieren sich die Forschungs- und die hieran anknüpfende Ausstellungstätigkeit der Photographische Sammlung.

Gemeinsam mit den anderen Bereichen der Stiftung ist die Photographische Sammlung seit 1996 im Kölner Mediapark ansässig. Archiv- und Studienräume sowie eine Fachbibliothek, die Studenten, Wissenschaftlern und interessierten Laien nach Terminabsprache zugänglich ist, entsprechen musealem Standard. Zwei separat bespielbare Ausstellungsräume ermöglichen ein wechselndes Ausstellungsprogramm im eigenen Haus. Fester Bestandteil des Programms ist die Gegenüberstellung von Arbeiten der klassischen Moderne mit zeitgenössischen Konzepten der Photographie, die gemeinsam mit den Künstlern realisiert werden. Führungen und Vorträge begleiten die Präsentationen. Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit werden regelmässig in eigenen Publikationen veröffentlicht.

Das Fundament der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur ist das August Sander Archiv. Durch das Engagement der Sparkasse KölnBonn und eine Förderung der Kulturstiftung der Länder konnte der Nachlass August Sanders (1876-1964) im Jahre 1992 erworben und für die Stadt Köln dauerhaft gesichert werden. Seit seiner Einbindung in die Kulturstiftung der Sparkasse KölnBonn ist das August Sander Archiv durch Zukäufe, Schenkungen und Leihgaben kontinuierlich erweitert worden. Weltweit birgt es mit mehr als 4.500 Originalabzügen und rund 11.000 Glasnegativen den grössten Bestand zum Werk von August Sander. Dank einer Zustiftung der REWE-Zentrale in Köln befinden sich neben der umfangreichen Korrespondenz und der Bibliothek des Photographen auch technisches Gerät und Mobiliar aus dessen Atelier und Wohnraum in der Sammlung.

Die Stadt Köln und ihr ländliches Umfeld waren neben regelmässigen Besuchen im Westerwald über drei Jahrzehnte hinweg Zentrum und Ausgangspunkt von August Sanders Schaffen. In Köln eröffnete er 1911 in der Dürener Strasse 201 sein Atelier und entwickelte das einzigartige Konzept seines Mappenwerkes “Menschen des 20. Jahrhunderts”. In seinen Photographien vermochte er die Persönlichkeit und auch das Typische der von ihm portraitierten Menschen darzustellen, um zugleich ein eindrückliches Bild der Gesellschaft seiner Zeit zu geben. Über seine berühmten Portraitaufnahmen hinaus wandte sich Sander während seiner langen Schaffenszeit auch immer wieder der Architektur- und Landschaftsphotographie zu.

1993 erweiterte die SK Stiftung Kultur ihren Bestand mit dem Ankauf der Sammlung der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh), die rund 1.700 Aufnahmen verschiedener international anerkannter Photographinnen und Photographen umfasst. Die seit Gründung der DGPh in Köln im Jahre 1951 vorwiegend durch Schenkungen der verschiedenen Künstler angewachsene Sammlung vermittelt heute ein eindrucksvolles Bild der künstlerischen, aber auch der naturwissenschaftlichen, technisch und journalistisch orientierten Photographie vornehmlich in Deutschland. Die Sammlung beinhaltet zahlreiche Werke von August Sander sowie Arbeiten weiterer bekannter Photographen wie Hugo Erfurth, Karl Hugo Schmölz, Willi Moegle, Otto Steinert, Albert Renger-Patzsch und Henri Cartier-Bresson.

Den Brückenschlag von der klassischen Moderne zur Gegenwartskunst bildet die Anfang des Jahres 1996 begonnene Kooperation mit den Künstlern Bernd und Hilla Becher (*1931/*1934), die sich seit über vierzig Jahren der photographischen Dokumentation von Industriearchitekturen in Europa und Nordamerika widmen. Mit ihrer sachlich präzisen, auf den Bildgegenstand gerichteten Methode veranschaulichen sie die Formenvielfalt anonymer Zweckarchitekturen und machen diese in Typologien und Serien für formal-ästhetische Vergleiche zugänglich. Die Zusammenarbeit von Bernd und Hilla Becher mit der SK Stiftung Kultur bezieht sich thematisch auf die Aufarbeitung der von den Künstlern schon früh begonnenen photographischen Beschreibungen industrieller Anlagen. Neben Industrielandschaften, Gesamt- und Einzelansichten von Funktionseinheiten und Gebäuden vereinen sie optische Abwicklungen einzelner Objekte sowie Detailaufnahmen wichtiger Funktionseinheiten, die den strukturellen Aufbau einer Anlage dokumentieren und visuell erlebbar machen.

In der Zusammenarbeit mit Künstlern und anderen, dem Sammlungsschwerpunkt nahestehenden Archiven sieht die Photographische Sammlung die Möglichkeit, ihre Forschungstätigkeit über die eigenen Bestände hinaus gezielt zu erweitern. Aus dem vier Jahre währenden Kooperationsvertrag (1994-1998) mit Ann und Jürgen Wilde, in deren Besitz sich die Archive von Karl Blossfeldt (1865-1932) und Albert Renger-Patzsch (1897-1966) befinden, resultierten wichtige Ausstellungen und Publikationen. Im Rahmen dieser Kriterien ist auch die 1998 begonnene Einbeziehung von Werken junger Photographinnen und Photographen in die Sammlung zu sehen.

Die jüngste, 1999 begonnene Kooperation hat die Universität der Künste Berlin mit ihrer Sammlung Karl Blossfeldt zum Partner. In dem gemeinsamen Projekt werden die über 600 im Besitz der Hochschule befindlichen Originalphotographien von Blossfeldt sowie erhaltene Lehrmaterialien und Schriftstücke von der Photographischen Sammlung aufgearbeitet und erforscht, um sie der Öffentlichkeit durch Publikationen und Ausstellungen zugänglich zu machen. Die Pflanzenaufnahmen von Blossfeldt, die zu den bedeutendsten Werken der “Neuen Sachlichkeit” zählen, waren seit der Jahrhundertwende zunächst mit didaktisch dokumentarischer Zielrichtung entstanden. Heute stellen sie sich dem Betrachter als typologische Studien einer elementaren Verbindung von Kunst und Natur dar, die einen Vergleich mit künstlerischen Konzepten der Neuzeit zulassen.

Die Photographische Sammlung der SK Stiftung Kultur versteht sich nicht als Photographiemuseum im Sinne der Aufarbeitung einer umfassenden Geschichte des Mediums. Ihre Schwerpunktarbeit ergibt sich vielmehr durch ihre inhaltliche Ausrichtung. Ziel ist der Aufbau und weitere Ausbau einer Institution der wissenschaftlichen Forschung, die in Verbindung mit dem Instrument der Ausstellung zu einem lebendigen Ort für die Auseinandersetzung mit der Photographie wird.

(Dr. Susanne Lange)


Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Im Mediapark 7, 50670 Köln,
Tel.: 0221/226 5900, Fax.: 0221/226 5901, photographie@sk-kultur.de,






 


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