poetic mail
SK Stiftung Kultur - Wurfgedicht 1

das familienwunder

die vertraute stadt ist staubig
ganz anders so und fast
bleiben mir die kuchen im halse stecken
bin ich alleine im heim
flüstern und seufzen türen
spuren legt der wind aschespuren
hier auf die schwelle
und meine angst ragt hinaus
wenn der letzte schluck
getrunken ist bleibt
in den tassen ein
geflecht von dornen
anstandsblättern
kleine alte haufen staub legen sich
auf meine lider und
eine stimme überschreit
noch meinen schlaf
ich springe auf und nieder
der duft der großmutter ist tausend jahr
ketten legt sie auf mein haar


von Sabine Schiffner

Das Gedicht empfahl
Norbert Hummelt, Autor und Journalist

Es ist erschienen in
45 Gedichte, ein Anthologie moderner Lyrik,
Emons-Verlag Köln, ISBN-Nr. 3-924491-83-6. DM 28,00

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