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Birgit Åkesson war eine der bedeutendsten europäischen Vertreterinnen des modernen Tanzes. Sie wurde als Anna Ida Birgit Åkesson am Dresden 1928, im Alter von zwanzig Jahren, ging Birgit Åkesson nach Halle, um dort ihre in der Schule erworbenen Deutschkenntnisse zu erweitern. Im folgenden Jahr waren ihre Sprachkenntnisse so weit ausgereift, dass sie in Dresden an der Schule von Mary Wigman eine professionelle Tanzausbildung beginnen konnte. Birgit Åkesson gehörte zu den begabtesten Wigman-Schülerinnen und wurde ausgewählt, als Mitglied der Tanzgruppe von Mary Wigman an der ersten Tournee durch die USA teilzunehmen. Allein ihr starker, eigenwilliger Charakter entsprach nicht den Wünschen Wigmans an ihre Tänzerinnen. Wigman duldete, wie bereits früher bei Gret Palucca, keine eigenständigen Talente in ihrer Gruppe, die eine solistische Konkurrenz bedeuten könnten. Da sich Birgit Åkesson nicht fügen wollte, erhielt die junge Schwedin zwar von Mary Wigman mit ihrer Diplomurkunde am 15. Juli 1932 die „wärmsten Wünsche und Hoffnungen für ihre Zukunft“, gepaart mit der Anerkennung „tänzerisch sehr stark begabt“ zu sein, durfte jedoch an der Amerika-Tournee nicht teilnehmen. Berlin Birgit Åkesson ging statt dessen nach Berlin und sammelte hier ihre ersten Bühnenerfahrungen bei ihrer norwegischen Kollegin Helga Normann und deren elfköpfiger Tanzgruppe in der Aufführung „Karma“, sowie bei Max Reinhardt am Deutschen Theater, wo sie in seiner Inszenierung „Das große Welttheater“ mitwirkte. Glücklich wurde sie in diesem Umfeld jedoch nicht, zumal der Einfluss der Nationalsozialisten bereits in alle Lebensbereiche vorgedrungen war und sowohl die Entwicklung freier künstlerischer Prozesse als auch den respektvollen Umgang der Menschen miteinander unmöglich machte. Paris 1933 zog Birgit Åkesson unter großen finanziellen Schwierigkeiten nach Paris, um dort nach einer geeigneten tänzerischen Weiterbildung und beruflichen Perspektive für sich selbst zu suchen. In Paris fand sie zwar keine Fortbildungsmöglichkeiten, die ihren Interessen entsprochen hätten, aber sie entdeckte dort ein weltoffenes, freies, anregendes künstlerisches Klima, das sie für sich und die Entwicklung ihrer eigenen tänzerischen Vorstellungen nutzte. Sie trainierte sehr viel, lernte zahlreiche Künstler und deren Arbeiten kennen und entdeckte so ihre tänzerischen Potentiale, die sie erstmals in einem Solotanzabend am avantgardistisch und weltoffen Birgit Åkesson verstand ihren zeitgenössischen Tanz als Ausdruck ihrer Zeit, der sich von den Wurzeln des modernen künstlerischen Tanzes in den Zwanziger Jahren in Deutschland weiter zu entwickeln hatte und auch in den nachfolgenden Jahrzehnten Stellung zum aktuellen Lebensgefühl nehmen sollte. Sie bevorzugte den musiklosen Tanz, weil sie auf diese Weise nicht an Rhythmus und Melodie der Musik gebunden war, sondern sich auf der Bühne frei in sich selbst versenken konnte. Ihr wurde wegen des Fehlens von Musik und ihrer akribischen Auseinandersetzung mit dem Körper und seinen unendlichen Bewegungsmöglichkeiten gerade von deutscher Seite „Intellektualismus“ vorgeworfen. Dieses Urteil stellt die Arbeit Birgit Åkessons in eine Reihe mit den herausragenden deutschen avantgardistischen Tänzerinnen Valeska Gert, Vera Skoronel und Dore Hoyer und zeigt, dass sie sich mit ihrer Kunst immer weiter von ihrer Lehrerin Mary Wigman entfernte. Stockholm… 1936 schloss Birgit Åkesson das Desiderat des modernen Tanzes in Schweden und gründete ihre eigene Tanzschule in Stockholm. Sie rettete damit die Aufbruchstimmung des freien künstlerischen Tanzes in Deutschland nach Schweden und ließ sich von den ästhetischen Rückschritten in Deutschland nicht in der Fortentwicklung ihres modernen Stils beirren. Insbesondere ihre sehr langsamen und ruhigen Bewegungen zeigten nicht nur ihre hervorragende Körperbeherrschung, sondern sie zogen auch das Publikum in den Bann. Neu war auch Åkessons Vorliebe für Bewegungsformen am Boden. Sie entwickelte mit diesen beiden Komponenten eine ganz und gar neuartige Form des Tanzes, die durch ihre Intensität überzeugte. >> weiter >> |
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