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Schritt für Schritt zu einem museumspädagogischen Angebot
Das Jahr 2000 war nicht nur der Beginn eines neuen Jahrtausends sondern markierte auch einen Einschnitt in der Geschichte des Deutschen Tanzarchivs Köln. Denn ergänzend zu den Ausstellungen des Tanzmuseums wurden zum ersten Mal Programme für Kinder, Jugendliche und Erwachsene entwickelt, die ihnen Tanz in seiner kulturübergreifenden Vielfalt und faszinierenden Geschichte näher bringen.
Dabei stehen immer wieder dieselben grundsätzlichen Fragen im Raum, auf welche die verschiedenen museums- und archivpädagogischen Angebote eine Antwort suchen:
Wie vermittelt man eine so im Augenblick verhaftete, weil in erster Linie an den menschlichen Körper gebundene Ausdrucksform, ob im Alltag angesiedelt oder professionell ausgeführt? Und das an einem Ort, an dem der Tanz selbst,
also auch das originäre Kunstwerk nicht erfahrbar ist?
Wie ist es trotzdem möglich, Tanz erlebbar zu machen?
Die Freude an der eigenen Bewegung, die Auseinandersetzung mit den Tanz-Schöpfungen anderer und die Bedeutung für weitere künstlerische Sparten?
Viel ist seitdem passiert: Im Tanzmuseum wird nun gehüpft, gesprungen und getrampelt, die Fußpositionen des klassischen Balletts erprobt, manch königliche Pavane getanzt oder HipHop-Schritte gewagt.
Kinderausstellungen locken Familien ins Museum, Vorschul-
und Grundschulkinder suchen die Tiere oder die märchenhaften Tanzgestalten, Jugendliche versuchen sich an choreografischen Grundgestalten aus „Nachmittag eines Fauns“ von Vaslav Nijinsky, kleine und große Ballettratten erfahren mehr über die Geschichte ihres geliebten Hobbys und so mancher Kindergeburtstag wird mit anschließendem Museums-Picknick gefeiert.

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Aber auch Erwachsene kommen auf ihre Kosten: Beim bewegten Vortrag erhalten sie nicht nur einen Einblick in die Arbeitsweise von Pina Bausch, sondern dürfen selbst ‚am eigenen Leib’ erfahren, was das Besondere daran ist. Angehende Tanzpädagogen wurden bei einem Spaziergang durch die Tanzgeschichte begleitet und Studenten erhalten ergänzend zu ihren Seminaren filmische Einführungen.
Für die Konzeption solcher Angebote erweist sich das Zusammenspiel von Archiv und Museum bis heute als ein besonderer Glücksfall: Das Museum bietet mit seiner Dauer- und seinen Sonderausstellungen einen Rahmen, in dem Einzelthemen fokussiert aber auch Querverbindungen zwischen unterschiedlichen Bereichen beleuchtet werden können.
Ein durch Spiegel und Ballettstange inszenierter Tanzraum, Kostüme, Masken und Skulpturen geben neben abbildenden Exponaten einen sinnlichen Eindruck von der Tanzwelt. Das Museum ist aber gleichzeitig ein Bewegungsraum. Dadurch entsteht oftmals wie in Dialogform ein Hin und Her zwischen Ausstellung und eigenem Ausprobieren.
Ergänzend dazu besitzt das Archiv z.B. durch seinen reichhaltigen Filmbestand einen Fundus, der solche Angebote abrundet und verschiedene Tanzformen durch das bewegte Bild für den Besucher – egal ob groß, ob klein – vielleicht zum ersten Mal sichtbar macht. |
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