Raum 1 - Regale Detail
Blick in die Ausstellung
YESTERDAY gerettete Tanzgeschichte(n)

Ein Ding bewahren, heißt nicht, es zu verstecken oder einzuschließen
In einem Safe bewahrt man nichts.
Ein Ding bewahren heißt, es zu betrachten, es anzuschauen, es anzublicken
um es zu bewundern, will sagen, es zu beleuchten oder von ihm erleuchtet zu werden,
damit es seinerseits bewahrt, was es bewahrt.
Deshalb bewahrt man eher den Flug eines Vogels
Als einen Vogel, der nicht fliegt.
Aus einem Gedicht von Antonio Cicero

Colligite fragmentes ne pereant!
Alexander Schnütgen

Raum 1 - Regale Detail
Raum 1 - Tutu
Raum 2
Blick in die Ausstellung

Ausstellungsdauer:
13. August – 3. Oktober 2005


SK Stiftung Kultur, Raum 1 und 2, Im Mediapark 7, 50670 Köln


Vergänglich ist der Tanz und außerhalb der Zeit seines umjubelten Daseins auf den Bühnen dieser Welt doch eigentlich unsichtbar.
Allein der Tänzer bewahrt in seinem Körper den Tanz als Kunst: das eigentliche Gedächtnis des Tanzes ist der Körper des Tänzers. In ihm entsteht der Tanz, ihn durchdringt er schon in den langen Momenten seiner Entstehung, aus ihm ensteht er für eine Vorstellung jedes Mal neu und jedes Mal ein klein wenig anders. Der Tod eines Tänzers ist auch der Tod eines Gedächtnisses. Es war einmal - was bleibt, ist die Erinnerung.

Doch der Tanz vergangener Zeiten lebt trotzdem – in der Erinnerung und in einer unvorstellbaren Fülle von gesammelten Dokumenten und überlieferten Geschichten. Und ist doch immer auch bedroht. Vor dem Vergessen gerettete Tanzgeschichte(n) und ihre Bewahrung durch Archivare und Wissenschaftler machen das Deutsche Tanzarchiv Köln zu einem Ort, an dem Vergangenes, Gegenwärtiges und Zuküntiges zusammentreffen und sich zu einem einmaligen Potential an Visionen für den Tanz der Gegenwart verbinden.

Die über 200 Nachlässe und Sammlungen von Tänzern, Choreographen, Pädagogen und Kritikern sind das Herzstück des Deutschen Tanzarchivs Köln. Mal ist es eine einzige Archivschachtel, mal sind es gleich drei Archivschränke, die hier die Erinnerung an ein Künstlerleben bewahren. Vor allem die künstlerischen Dokumente und Briefwechsel von deutschen Tänzern, Choreographen und Tanzkritikern aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die auch internationalen Stellenwert genießen, hat das Archiv in den letzten 20 Jahren gesichert . Hier finden sich u.a. Harald Kreutzberg, Dore Hoyer, die Sacharoffs, Lisa und Elizabeth Duncan, Kurt Jooss, Niddy Impekoven, Max Niehaus, Trudi Schoop sowie das Familienarchiv von Mary Wigman. Unschätzbar ist der ideelle Wert dieser Bestände für die Tanzgeschichtsschreibung, stellen sie doch die Grundlage einer jeden Forschung, Ausstellung und Publikation dar.

Gerade diejenigen Schätze des Deutschen Tanzarchivs Köln, die nicht in der Bibliothek jedermann zugänglich sind sondern nur Tanzforschern zur Einsichtnahme zu wissenschaftlichen Zwecken vorbehalten sind, kann der Besucher nun in einer repräsentativen Ausstellung in Raum 1 und 2 im Mediapark durchwandern. Erstmals präsentiert das Deutsche Tanzarchiv Köln den Reichtum seiner über zweihundert Nachlässe und Sammlungen - mit überraschenden Einblicken in das Leben brühmter Tänzer und Choreographen.


© SK Stiftung Kultur - Deutsches Tanzarchiv Köln