Valeska Gert (1892-1978) ist zu berühmt, um sie hier noch vorstellen zu müssen. Ihr Nachlass wurde durch Vermittlung ihres Biographen von der Erbengemeinschaft an das Archiv der Akademie der Künste in Berlin gegeben.

Auch in der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Universität zu Köln und im Deutschen Tanzarchiv Köln befinden sich beachtliche Bestände zu ihr.

Jedoch auch in anderen Sammlungen sind forschungsrelevante Dokumente zu Valeska Gert zu finden: Im Archiv Bibliographia Judaica in Frankfurt am Main in der Zeitungsausschnittsammlung Carl Steininger, deren Bestand heute als Microfiche in vielen großen Bibliotheken zugänglich ist.

In den Theaterhistorischen Sammlungen der Freien Universität Berlin befinden sich einige Dokumente zu ihr. Und im Düsseldorfer Theatermuseum, wo Valeska Gerts Auftritte im Düsseldorfer Schauspielhaus dokumentiert sind.

Oder, weniger vorhersehbar, im Oldenburger Landesmuseum, wo im Archiv der „Vereinigung für Junge Kunst“ die Dokumente ihrer Auftritte in Oldenburg aufbewahrt werden.

Hinweise auf weitere Materialien werden gern aufgenommen.

Auf dieser Webseite sollen aber nicht nur Hinweise auf Bestände gegeben, sondern auch Informationen und Dokumente zu Valeska Gert zugänglich gemacht werden.

Begonnen wird mit einem Vorläufigen Werkverzeichnis der Tänze von Valeska Gert, das auf der Auswertung der genannten Bestände basiert und als work-in-progress  aufgrund von Hinweisen und neuen Funden laufend aktualisiert werden soll.[1]

In Arbeit befindet sich z.Z. eine Valeska-Gert-Bibliographie, ebenfalls als work-in-progress angelegt.

Das Copyright an Tänzen und Texten von Valeska Gert liegt bei deren Erbengemeinschaft, vertreten durch das Deutsche Tanzarchiv Köln.

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Der Schauspieler und Dichter Aribert Wäscher, der über viele Jahre der Lebensgefährte von Valeska Gert war, schrieb über das Aufwachen einer Tänzerin, die nun voller Energie aufsteht (Auszug):

„Schützt Euch, verkriecht Euch, stellt eiserne Gitter um Euch auf, jetzt komme ich ganz, ich Geschöpf, ich Wesen, Gestalt, ich Albdruck, ich Bringer des Glücks, ich Teufel, ich Engel, ich Mensch, ich bleiches Gespenst. Wilde Fratzen werf ich Euch zu, mildes Antlitz neige ich über Euch. Hört Ihr das Brüllen der Bestien, labt Euch das Zwitschern der Vögel, schreckt Euch das Zischen der Schlange, freut Euch das Brummen der Bienen, ärgert Euch sehr das Quaken der Frösche? Krümmt Euch mit dem Gewürm! […] Und schon drängen die Menschen: die Guten, die Bösen, die Narren, die Dummen, die Klugen, die Weisen, die Reichen, die Bettler, die Stolzen, die Unterwürfigen, die Harten, die Demütigen, die Krieger, die Dichter, die Kaufleute, die Priester, die Mörder, die Unglücklichen, die Verführer, die Hassenden, die Liebenden, Prinzessinnen, Heilige, Dirnen, Marktweiber, Mütter! Und hier noch extra, noch einmal für sich: die Liebe, der Haß, der Geiz, der Neid, der Zorn, die Rache, die Freude, das Leben, das Leben und hier – o Schauer! – der Tod! Seht mein Gesicht, wie es wechselt, wie es sich wandelt, wie ich mich selbst verwandle, seht mich heranrauschen, seht mich entschwinden, seht mich noch einmal auferstehen und wiedergebären noch einmal und wieder einmal, noch tausend Gestalten und nochmal zehntausend, zahllos, unaufhörlich, Herrgott, Herrgott, wie riesenhaft groß, wie gewaltig belebt, wie maßlos voll Lust ist Dein Reich!“

(Das Erwachen der Tänzerin, in: Aribert Wäscher: Gedanken nach zwei Uhr nachts. Berlin 1939, S. 111-117, hier 116f.)


[1] Herzlicher Dank gebührt Nora Böttger, Sirkka Muth und Sabrina-Dunja Sandstede. Ferner Dr. Hedwig Müller von der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Universität zu Köln; Stephan Dörschel vom Archiv der Akademie der Künste Berlin; Dr. Winrich Meiszies, Dr. Michael Matzigkeit und Sigrid Arnold vom Düsseldorfer Theatermuseum; Dr. Rainer Stamm und Julia Lennemann vom Landesmuseum für Kunst und Kunstgeschichte Oldenburg; Dr. Renate Heuer und Abdelhaq El Mesmoudi vom Archiv Bibliographia Judaica Frankfurt am Main mit der Slg. Carl Steininger; Angelika Ret, Fachbereich Geschichte / Artistica der Stiftung Stadtmuseum Berlin; Dr. Peter Jammerthal, Theaterhistorische Sammlungen der Freien Universität Berlin, für die Zugänglichmachung der Dokumente der dortigen Bestände sowie Franziska Buhre für den Hinweis auf die Microfiches der Sammlung Carl Steininger.

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