VIDEOTANZPREIS 2000/2001
Produktionsförderung in der Kunstsparte Videotanz




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Die Deutsche Bühne
Dance on Camera Journal
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Die Deutsche Bühne
3/2002

Der getanzte Körper
Ein Videoschirm auf der Bühne? Was im Sprechtheater inzwischen eher zum Gähnen reizt, macht der Tanz zu einem aufregenden Abenteuer: Video-Liveprojektion, Zuschauer, die über ihre EEG-Stöme interaktiv in das Bühnengeschehen eingreifen - das junge Genre Videotanz steht erst an seinem Anfang. Ein Bericht über die Choreographin und Medienkünstlerin Stephanie Thiersch und die Möglichkeiten des Videotanzes steht deshalb zu Beginn unseres Schwerpunktes Tanz, und wir porträtieren die Choreographin und Tänzerin Vera Sander, für die Videotechnologie einen der Schwerpunkte ihrer Arbeit bildet. Eine längere Tradition auf der Tanzbühne als Videokameras haben Tennisbälle, Nilpferde und Badewannen: Von diesem und anderem Zubehör berichtet ein Essay über die Requisiten auf der Tanzbühne; wir bringen einen Überblick über das Tanztheater für Kinder und Jugendliche, und wir berichten über Neuanfänge und Abschiede: An der Berliner Volksbühne löste Johann Kresnik nach sieben Jahren sein Tanztheater auf. In Chemnitz ging Torsten Händler an den Start, Mario Schröder wechselte von Würzburg nach Kiel, in Saarbrücken übernahm Marguerite Donlon die Führung und in Cottbus Michael Apel.
von KLAUS KEIL
Drei Minuten folgt der Blick dem traumverlorenen Tanz eines Mannes durch das nächtliche Paris, sieht den im Wind treibenden Blättern nach wie dahinfliegenden Träumen und taucht ein in ein poetisch-surreales Szenario an den Brücken und Ufern der Seine in Paris. Drei Minuten lang entführt das Pilotvideo "Le coeur volé" nach dem gleichnamigen surrealistischen Gedicht von Philippe Soupault in eine Welt zwischen Phantasie und Realität. Die Choreographin und Medienkünstlerin Stephanie Thiersch streift wieder durch Paris, diesmal auf der Suche nach interessanten locations für die Realisierung dieses Tanzvideos. Für ihren phantasievollen Filmentwurf wurde sie 2001 mit dem Deutschen Videotanzpreis ausgezeichnet. D ie 22-Minuten-Endfassung, die sie derzeit gemeinsam mit Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola, Tänzer bei Sasha Waltz, realisiert, wird "Georgia" heißen.

Atmosphären schaffen, Stimmungen aufbauen, Sinnlichkeit sichtbar machen, das alles ist Stephanie Thiersch nicht nur in ihrer filmischen Arbeit, sondern auch auf der Bühne wichtig. Wichtiger jedenfalls als die minutiöse Realisierung stringenter Erzählstränge oder gar eines rein technischen Tanzes. Man stutzt erst einmal, wenn man hört, dass Stephanie Thiersch das alles mit Computertechnologie erreichen möchte, landläufig nicht gerade dafür bekannt, sinnliche Stimmungen aufkommen zu lassen: "Bild und Tanz sind nun mal meine Lieblings-Kunstformen. Deshalb war mein Hauptinteresse von Anfang an die Intermedialität." Bereits in ihrer ersten Video-Tanz-Performance "orange" (1995) suchte sie Bild und Tanz so zu verbinden, "dass sie nur so und nicht anders funktionieren können als zusammen." Hier geht die Tänzerin im Laufe des Stückes in das Videobild über, das Duett wird zwischen ihr im Video und dem Partner live auf der Bühne fortgesetzt. Stephanie Thiersch ist überzeugt davon, dass es für jede intermediale Performance nur einen passenden künstlerischen Ausdruck, nur eine Form gibt, die Bild und Tanz synästhetisch adäquat verbinden, und ist immer auf der Suche danach: "Ich vermute in den intermedialen Zwischenbereichen noch andere Möglichkeiten."

Und sie macht sich gründlich auf die Suche: Nach einer klassischen Tanzausbildung in Wiesbaden folgte die moderne in Montpellier bei Dominique Bagouet, dann Strassentheater und Engagements, u.a. bei La Fura del Baus, und schließlich ein Studium an der Kunsthochschule für Medien in Köln, das sie mit Magister abschloss. Sie gehört zu einem weltweit immer noch kleinen Kreis von Tanzschaffenden, die sich ganz der Verknüpfung des Tanzes mit den Neuen Medien verschrieben haben. Wissenschaftlich hat sie sich mit den Formen und Möglichkeiten digitaler Videotechnik und mit "body reMembered", Körpererinnerungen beschäftigt. Diese Kenntnisse fließen in ihre Bühnenarbeit ein, bei der sie intensiv und leidenschaftlich mit den Neuen Medien experimentiert. Mit Tanzinstallationen wie "corrìdoio" (1998), "delay_01" (1999), "ba:ab" (2000), einer Bühnenversion von "Le coeur volé" (2001) und zuletzt "son_ambulio", acht kleinen, computeranimierten interaktiven Tanzsequenzen, die sie im ANIMAX, dem Bonner Multimedia-Theater realisierte, erweitert sie ständig ihre Erfahrungen im Umgang mit diesen Technologien.

Bei "son_ambulio" ging sie bisher am weitesten mit computeranimierter Choreographie. Entstanden im Rahmen von rhein.tanzmedia.net, einem von Tanzperformance Köln e.V. initiierten Netzwerk für internationale Medienkunst und Performance, verbindet Stephanie Thiersch darin Videoprojektionen und eine Soundtechnik, die von den Tänzern interaktiv gesteuert werden. Vier Infrarotkameras registrieren Markierungen an Kopf und Händen der Tänzer und leiten sie als Positionsbestimmung an einen Computer weiter, der darauf mit entsprechend vorgefertigten Video- und Soundeinspielungen reagiert. Irritierend schöne Sinnestäuschungen sind die Folge, etwa wenn der Armschwung eines Tänzers auf dem Bühnenboden eine sichtbare Spur hinterläßt, als würde er eine beschlagene Fensterscheibe freiwischen: denn dann erscheinen in diesem Bereich visuell "darunterliegend" vorprogrammierte Videoprojektionen, kleine Filme über die Person des Tänzers. Fast scheint es, als würde er damit ein Stück seiner eigenen Geschichte freilegen. So ermöglichen modernste digitale Technologien eine unglaublich schön strukturierte, poetische Tanzimprovisation.

Deutlich wird daran auch, dass es dem jungen Genre Videotanz nicht um abgefilmte Bühnenwerke geht, sondern um die vielfältigen Möglichkeiten im Zusammenspiel zwischen Choreographie und Kamera. Oft folgt die Kamera den Tänzern aktiv, "tanzt" gewissermaßen mit. Wird deshalb der Choreograph der Zukunft eher Medien- als Tanzkünstler sein? Wird gar der Computer selbstgenerierend Choreographien entwerfen, wie das in "MADGOD 2.001" vom schweizer Choreographen Pablo Ventura bereits praktiziert wird? Schon spricht man vom "getanzten Tänzer", der als virtuelles Pendant sich nach den Vorgaben von Computer- oder Soundanimationen bewegen wird. Doch noch ist davon auszugehen, dass auch das Publikum der Zukunft auf die Live-Performance nicht verzichten will, weshalb interaktive Installationen wie "La Morsure" von Andrea Davidson (Frankreich/Kanada) allenfalls als ein Versuch angesehen werden können, die Schnittstelle zwischen Bühne und Zuschauer zu verändern: Wenn nur ein Besucher am Touchscreen interagieren kann, die anderen aber nur bedingt anhand von Raumprojektionen nachvollziehen können, was und warum es geschieht, dann fehlt das sinnlich-unterhaltende Theatererlebnis.

Interaktive Formen werden wohl auch in Zukunft vor allem auf die Tänzer und ihr Material - Choreographie, Technik, Sound etc. - beschränkt bleiben. In ihrem Tanzstück "ba:ab" bezieht Stephanie Thiersch wenigsten einen Zuschauer in die mediale Performance ein, das aber sehr sensibel. Über Dioden werden die Gehirnströme dieser Person wie bei einem EEG abgenommen und als Impuls für Farb- und Formgebungen der Projektionen und vor allem der digitalen Soundmaschinen verwendet. Hier legitimiert sich die Interaktivität also ausdrücklich als inhaltlich begründet. Sicher ist, dass sich der zeitgenössische Tanz zunehmend elektronischer Medien bedienen wird, die Arbeitsweisen von Tänzern und Choreographen werden sich dadurch verändern und zu neuen Ausdrucks- und Vermittlungsformen des Tanzes auf der Bühne führen. Sie wird demnächst eine "intelligente" Bühne sein, was nicht nur die mit digitalen Technologien ausgestattete Bühne und die dadurch erweiterten Organisationsmöglichkeiten meint. Vielmehr geht es um die Veränderungen und die Erweiterung der ästhetischen Möglichkeiten, als ein Aspekt von "intelligent" in diesem Zusammenhang muss deshalb der verantwortliche Umgang mit diesen Technologien verstanden werden. Bei allen Fragen und Problemen, die diese Entwicklung aufwirft, wird es auch darum gehen - und für Stephanie Thiersch steht das im Mittelpunkt ihrer Arbeit -, eine neue sinnlich-poetische Ästhetik des Tanzes zu entwickeln und neues Licht auf die Formen der Körperwahrnehmung zu werfen. Sie gehört damit zu der Gruppe von Künstlern, die in der Anwendung digitaler Technologien vor allem eine Erweiterung ihres choreographisch-ästhetischen Spielraums sehen. Die "elektronische Szenographie" nutzt sie als zusätzliches Gestaltungsmoment neben den herkömmlichen Inszenierungspraktiken. Ideal empfindet sie die Verschmelzung von beidem zu einem "synästhetischen Erlebnis". Dem gegenüber stehen Künstler, für die nach Söke Dinkla der ästhetische Eigenwert der neuen Technologien im Vordergrund steht und die die ästhetischen Maßstäbe, wie sie diese Medien vorgeben, für ihre künstlerische Arbeit akzeptieren. Die Medienforscherin und -kritikerin hat den Diskurs über die "ästhetischen Potentiale einer intelligenten Bühne" wesentlich mit angestoßen.

So wie jene berühmte Szene aus Bunuels Andalusischem Hund von 1928, wo ein Rasiermesser durch ein Auge schneidet, exemplarisch den damaligen Schnitt in der Ästhetik der Künste verkörpert, so stehen auch heute, über siebzig Jahre später, die Künste wieder an der Schwelle einer neuen Ästhetik. Adorno spricht in der Ästhetischen Theorie über das konstituierende Moment des "Erhabenen" für die Kunst und fordert, die Kunst müsse sich "gegen das wenden, was ihren eigenen Begriff ausmacht". Für die Tanzkunst kann das nur bedeuten, parallel zur Verwendung neuer Technologien auf der Tanzbühne (und als Folge davon) auch eine Neudefinition des Körpers im Tanz und im gesellschaftlichen Kontext zu suchen. Dieser Prozess, gewissermaßen als Beitrag des Tanzes zur Entwicklung eines neuen Menschenbildes, ist längst im Gange. Zu den experimentierfreudigen Körperkünstlern gehören, exemplarisch, Meg Stuart und Xavier Le Roy, der über die Wissenschaft zum Körper kam. Seine Körper-Performance "Self-Unfinished" (1998) zeigt Begrenzung/Auflösung/Veränderung der Individualität in einem. Und Meg Stuart verweist in ihren radikalen Körperarbeiten auf die unüberwindbare Kluft zwischen dem, was der Körper sein will, und dem, was er gesellschaftlich ist. Der Choreograph Rui Horta thematisiert in "Pixel" (2001) das Körperbild im digitalen Zeitalter. Er stellt dem jungen einen alten Körper gegenüber, löst beide virtuell auf, vermischt die Pixel miteinander, läßt die Leinwand zur medialen Haut werden, um den Zuschauer zur Reflexion über die Veränderungen anzuregen, der Selbstwahrnehmung und visuelle Rezeption in einer sich wandelnden Gesellschaft ständig unterworfen sind.

Technologie- und körperbewegte Tanzkünstler wenden sich damit gleichermaßen "gegen das, was ihren eigenen Begriff ausmacht". Doch gerade das ist ein Schritt zur gesellschaftlichen Anerkennung des Tanzes. Zu sehr leidet selbst noch der zeitgenössische Tanz unter dem Stigma einer rein auf ästhetische Beschaulichkeit, auf das "Erhabene" gegründeten künstlichen Kunst.

Es ist einer der Widersprüche der Mediengesellschaft, dass gerade die neuen Technologien die Aufmerksamkeit der Choreographen wieder auf das ungeheure Potential der Bewegungsästhetik als Ausgangspunkt gesellschaftlicher Veränderungen lenken. Auch Stephanie Thierschs inhaltliches Interesse ist in diesem Spektrum angesiedelt. In einem interaktiven Projekt wird sie mit Micha Purucker an der Lesbarkeit von Körperzuständen (Herz- und Atemfrequenzen) weiterarbeiten, ein Ansatz, der beim Wettbewerb von rhein. tanzmedia.web im Januar 2001 wieder für preiswürdig befunden wurde. "Es geht mir um den verschwommenen Bereich zwischen dem, wie wir uns fühlen, und dem, was die Technologie darüber aussagt, wie wir uns zu fühlen haben."

Pressestimmen



Dance on Camera Journal
September – October 2001
Vol. 4 No. 5

Award: "wiped" wins DFA’ Festival Prize
Dutch dancer Hans Beenhakker choreographed and directed WIPED, this year’s winning short which presents an unresolved duel between fantasy and reality. The short (3’10’’) features two dancers Regina Van Berkel and Bernd Uwe Marzan, camera work by Marie Claire Pijman Sauer, and editing Shaul Kesslassi. The director, Hans Beenhakker, was a member of Pina Bausch’s Wuppertaler Dance Company for many years before he began his film studies at new York Film Academy. The video begins with an exhausted dancer in a shower room who fells she being watches. She plunges into a vain search for her voyeur only find herself back at her starting point. The jury (Richard Move, Gus Solomons, Jr., Sally Sommer, Margot Lovejoy, and Susannah Newman) praised the dance video for its "fresh, innovative filmmaking, tight editing and extraordinary pacing. WIPED is riveting, and emotionally charged.” Coincidentally Marie Claire Pigman Sauer, the camera woman for WIPED, attended last year’s festival as the camera woman for the winner REST IN PEACE from the Netherlands.

Honorable Mentions were granted to an amusing short WHEN DANCERS GO BOWLING directed by Michael deMirjian from Philadelphia and choreographed by Los Angeles- based Amanda Rabin and to a revealing documentary BETTY OLIPHANT: A LIFE IN DANCE, directed by Gil Gauvreau from Toronto. The 30th annual Dance on Camera Festival co-produced by DFA and the Film Society of Lincoln Center’s Walter Reade Theatre (Friday afternoon- evening, January 11th ant 18th and Saturday afternoons, January 12th and 19th, 2002), and one free screening at New York public Library’s Donnell media Ventre on Tuesday, January 15th.

Among the high moments should be NIJINSKY, THE DIARIES OF VASLAV NIJINSKY created by the Australian filmmaker and photographer Paul Cox. A program of new media features pioneers Norman McLaren (Canada), Doris Chase(USA), Bob Godfrey (England), a delightful new work by Nadia Roden, and artist Kathy Rose will perform and offer an overview of her work. 170 entries were submitted from 22 countries to this year’s Dance on Camera Festival. Trying to find ways to showcase the best is a challenge. Currently looking for an additional space for the festival!



Kölnische Rundschau
28. August 2001

Stephanie Thiersch erhielt den Videotanzpreis
Vom Tanz der Schlafwandler
Von Thomas Linden
Die internationale Jury des Deutschen Videotanzpreises war sich einig, dass die 80 000 DM Produktionsförderung, um die sich 120 Kandidaten bewarben, an die in Köln lebende Stephanie Thiersch gehen mussten: "Vom ersten Moment an" fühlten sich die Jurymitglieder "gefangen genommen" von Stephanie Thierschs Film "Le coeur volé – Das gestohlene Herz", heißt es in der Laudatio. Die Bilder dieses Pilotfilms besitzen tatsächlich Leinwandformat.
Denn während die junge Filmemacherin den Spuren des surrealistischen Dichters Philippe Soupault folgt, entwickelt sich ein faszinierendes Spiel zwischen Tag und Traum, das die Brücken von Paris zum Schauplatz hat. Stephanie Thiersch gehört zu den wenigen deutschen Filmemacherinnen, die konsequent jene Tanzfilmästhetik in ihren Arbeiten umsetzen, die in den Nachbarländern Belgien, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden schon seit vielen Jahren eine akzeptierte Kunstgattung darstellt. In Deutschland ist man zumeist über das Abfilmen von Choreographien nicht hinaus gekommen.
Dabei bietet der Tanzfilm die Möglichkeit, fremde Orte zu erkunden und die Dimensionen von Zeit und Raum aufzulösen. "Tanz ist überall, die ganze Welt tanzt ein bisschen", erklärt die junge Frau, die zunächst Romanistik studierte und jetzt bei Siegfried Zielinski und Valie Export ihren Anschluss an der Kunsthochschule für Medien in Köln ablegte. "Unsere Wahrnehmung von menschlicher Bewegung ist so komplex", erklärt Stephanie Thiersch, "Dass es schade wäre, dem Tanz nur die Bühne zu geben". Sie selbst erkundet für den Pilotfilm, mit dem sie sich bewarb, spezielle Bewegungsmuster, wie den Gang, eines Schlafwandlers. Thiersch möchte die surrealistische Atmosphäre eines Films, der die konkrete Realitäten der gegenständlichen Welt auflöst, überzeugen entwerfen. Dafür musste sie herausfinden, "wie es sich anfühlt, wenn auf den Boden kein Verlass mehr ist, und man scheinbar auf dem Wasser geht?" Ihre Bildfantasien bezieht Stephanie Thiersch aus persönlichen Erlebnissen und Träumen. "Ich habe immer Angst, die Bilder meiner Kindheit zu verlieren", bekennt sie. Das Ergebnis dieser spezifischen Form von Kreativität sind Szenenbilder, die auf eine Weise Geschichten erzählen, wie sie nur im Film möglich sein.
Das Spiel mit den Zeitebenen verlangt nach einem Raum, in dem die Imagination jenen Anteil an Realität erhält, der erst die Erzählung einer konkreten Geschichte ermöglicht. In ihrem Film ist die Stadtlandschaft von Paris jener Kosmos, in dem die Welt der dreißiger Jahre auf die Gegenwart der Jahrtausendwende stößt. "Die besondere Spannung entsteht aus der Situation, in der man sich einem Ort aussetzt, der schon besetzt ist mit Zeichen und Mythen, die respektiert werden wollen und denen man dann doch einen neuen Blick abgewinnt"; dieser experimentelle Ansatz ward er Ausgangspunkt für die Realisierung des "verlorenen Herzens".
Ihr Spiel mit den Versatzstücken der klassischen Moderne entwickelt sich zum großen Teil auf den Brücken, die als Orte des Transfers geheimnisvolle Dimensionen besitzen. Obwohl der Stadtkern des historischen Paris im Film kartographisch ausgemessen wird, liegt das Ziel der surrealistischen Odyssee in der Lust, die Orientierung in diesem poetischen Stadtkörper zu verlieren. "Das ist genau der Moment, in dem wir den Eindruck haben, besonders intensiv zu leben", erklärt Stephanie Thiersch.


Pressestimmen



Neues aus der Tanzszene
Juli/ August 2001

Der III. Deutsche Videotanzpreis 2000/ 2001, immerhin mit DM 80.000,- Produktionsförderung dotiert, geht an Stephanie Thiersch. Sie erhält ihn, da lt. Jury ihr eingereichtes Konzept verspricht, "dass die verschiedenen Gestaltungsebenen miteinander in einen spannenden Dialog treten. [...] Die Kombination von tanz, Schauspiel, Musik, Lichtdesign und Kameraarbeit ist balanciert und vielschichtig, schwebend und physisch zugleich, Dazu kommt ein sicheres Gefühl für Atmosphäre, Bildgestaltung, Rhythmus und Dynamik" – Gratulation!



PRINZ
7/ 2001
Deutscher Videotanzpreis für Stephanie Thiersch
Aus Kurz mach Lang
Neulich in Paris: ein Mann geht an der Seine entlang und trifft auf verschieden Frauen. Zwischendurch flitzt ein Krankenwagen durch die Szenerie, aus dem schließlich ein verrückte Sanitäter springen und den Mann einpacken... "und Klappe, Danke schön, das war’s!". In Frankreich drehte Stephanie Thiersch aus dieser surrealen Geschichte ein dreiminütiges Tanzvideo. Lohn der Mühe: Siegerin beim Deutschen Videotanzpreis 2000/2001 und 80 000 Mark. Und die Wahlkölnerin ist stolz: "Das hätte ich nicht gedacht. Die internationale Konkurrenz war sehr gut." Die Kunstsparte "Videotanz" ist noch jung und der Öffentlichkeit wenig bekannt, um so überzeugter zeigt sich die Tänzerin und Choreographin: "Die Theaterhäuser haben immer weniger Zuschauer. Da ist es an der Zeit, etwas Neues zu machen. Ich sehe das als Herausforderung." Ihr Konzept: Videotanz mit aktueller Musik verbinden und damit ein junges Publikum ansprechen. Der Kurzfilm "Coeur Volé" (das gestohlene Herz) ist mit den anderen Videos aus der Endauswahl im Rahmen des "Sommer Köln" zu sehen. Plötzlicher Reichtum ist übrigens nicht bei der Gewinnerin ausgebrochen – mit den 80.000 Mark soll sie aus dem dreiminütigen Piloten einen langen Film drehen, der wahrscheinlich nächstes Frühjahr herauskommt. Doch wie der ausgehen soll, weiß Stephanie Thiersch noch nicht.
Tanzfilmnacht, Fr. 27. * Sa. 28.7., ab 22 Uhr, Fort X am Neusser Wall, weitere Termine des "Sommer Köln" im Tageskalender


SK Stiftung Kultur - Beilage Kölner Stadt- Anzeiger
Programm Juli- September

Stephanie Thiersch gewinnt den Videotanzpreis 2000/2001
An der Ausschreibung für den Videotanzpreis 2000/ 2001 beteiligten sich 120 Tänzer und Regisseure aus aller Welt. Stephanie Thiersch erhält nun 80.000 DM Produktionsförderung, um ihre erste professionelle Videotanzproduktion zu realisieren. "Le Coeur Volé", zu deutsch "Das gestohlene Herz", basiert auf einem surrealistischen Gedicht von Philippe Soupault. Ein Mann spaziert nachts durch Paris und begegnet vielen Frauen. Bald kann er zwischen Traum und Realität nicht mehr unterscheiden. Der Film wird voraussichtlich im nächsten Jahr Premiere haben. Genaue Informationen zum Videotanzpreis unter www.sk-kultur.de/videotanz


IMZ - Music in the media
May/ June 2001

Video Dance Prize 2000/ 2001
Dutch dancer, choreographer and filmmaker, Hans Beenhakker; German filmmaker, Thurit Antonia Kremer; New Zealand choreographer, dancer and filmmaker, Kate McIntosh; German media artist and dancer, Stephanie Thiersch and the Belgian director Boris Van der Avoort and choreographer Thomas Hauwert, were this year’s nominees for the German Video Dance Prize 2000/ 2001. They receive 6,000 DM to produce a 3-minute-pilot-video. A winner, to be announced in the spring, will be chosen from the six films produced. The winner will receive 80,000 DM.
Contact SK Stiftung Kultur, Videotanz
Tel (+40) 221 226 24 33
www.sk-kultur.de/videotanz



Kölner Morgen
30. Mai 2001

Videotanzpreis - Kölnerin gewinnt
Der mit 80 000 Mark dotierte Deutsche Videotanzpreis der SK Stiftung Kultur wurde gestern Abend an die Kölner Tanzchoreographin und Videokünstlerin Stephanie Thiersch verliehen. Eine Fachjury hatte die KHM- Absolventin unter 120 Bewerbern aus aller Welt ausgewählt.

Pressestimmen


Kölnische Rundschau
30. Mai 2001

Videotanzpreis verliehen - Regisseurin ausgezeichnet
120 Bewerbungen waren eingereicht worden, sechs wurden nominiert, eine bekam gestern Abend im Museum für Angewandte Kunst den mit 80 000 DM dotierten III. Videotanzpreis: Die Kölnerin Stephanie Thiersch, deren Film- Konzept "Le Coeur Volé" nach dem "poème cinématographique" von Philippe Soupault die Jury am meisten überzeugte. Die u.a. von der SK Stiftung zweijährig vergebene Förderung für eine professionelle Videotanzproduktion geht an eine erfahrene Künstlerin. Stephanie Thiersch beschäftigt sich seit Jahren mit Videotanz als neuer Kunstform. EB



Kölner Stadt- Anzeiger
30. Mai 2001

Videotanzpreis - Stephanie Thiersch geehrt
Den mit 80 000 Mark dotierten Deutschen Videotanzpreis der Kölner SK Stiftung Kultur ist gestern Abend an Stephanie Thiersch verliehen worden. Die Kölner Medienkünstlerin und Tänzerin erhält die hoch dotierte Auszeichnung für "Le Coeur Volé ( nach dem poème cinématographique von Philippe Soupault)". Die Preissumme dient der Produktionsförderung. Bei der Veranstaltung im Kölner Museum für Angewandte Kunst wurden auch die Tanzvideos der Künstler gezeigt, die bei der Auswahl aus 120 Einsendungen in die Endausscheidung gelangt waren: Hans Beenhaker, Thurit Antonia Kremer, Shona McCullagh, Kate McIntosh und das Duo Boris van der Avoort/ Thomas Hauert.
Stephanie Thiersch ist in klassischen und modernem Tanz in Weisbaden und Montpellier ausgebildet worden. Die hatte Engagements bei freien Tanztheatergruppen, hat von 1998 bis 2000 ein Postgraduiertenstudium in Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien Köln absolviert und ist seit 1997 künstlerische Leiterin der Gruppe Mouvoir. (EB)



Köln Extra
30. Mai 2001

Unsere Tanz- Königin
Ehrung – and the winner is – Stephanie Thiersch! Gestern Abend gewann die attraktive Kölner Tänzerin und Regisseurin (31) den mit 80 000 Mark dotierten "Deutschen Videotanzpreis 2000/ 2001"! "Vor Jahren fiel mir ein Drehbuch aus dem Jahr 1934 in die Hände. Der Stoff ließ mich nicht mehr los. Ich wollte ihn tänzerisch verfilmen", erzählt Stephanie. In ihrem Video "Das gestohlene Herz" (mit dem Preisgeld soll daraus ein Kinofilm werden) erzählt sie die Geschichte eines Mannes, der über die Brücken von Paris spaziert. Dort begegnet er vielen Frauen und kann bald nicht mehr zwischen Traum und Realität unterscheiden.



Kölner Express
15. Februar 2001

Wer kriegt den Videotanzpreis?
Köln – Er wird jedes Jahr von der Köln SK Stiftung Kultur verliehen: Der Videotanzpreis. Aus 120 Tänzern, Choreographen, Regisseuren und Filmemachern aus der ganzen Welt sind jetzt sechs Kandidaten für den Videotanzpreis 2001 nominiert worden – darunter die Kölner Medienkünstlerin und Tänzerin Stefanie Thiersch. Der Preis ist mit 80 000 Mark für die Produktion des Gewinnervideos dotiert.

SK Stiftung Kultur Programmheft
Ausgabe 2 / 2000, Mai bis September 2000
Kultur und Medien /Videotanz

Wettbewerb um den Videotanzpreis 2000/ 2001
Mit einer Produktionsförderung von insgesamt 80.000 DM ist der Videotanzpreis 2000 /2011 dotiert, der von der SK Stiftung Kultur der Stadtsparkasse Köln, der INTERARTES GmbH 8Essen) und dem Choreographischen Zentrum NRW zum dritten Mal ausgelobt wird. Ziel der Veranstalter ist es, eine Videotanzproduktion mit hohen künstlerischen Qualitäten auf den Weg zu bringen, die international konkurrenzfähig ist und von europäischen TV- Sendern ausgestrahlt wird.

Am Wettbewerb beteiligen können sich professionelle Künstlerinnen und Künstler, sowie Studierende von Film- und Kunsthochschulen, die im Grenzbereich von bewegtem Bild und künstlerischem tanz arbeiten. Die Bewerbung kann als Einzelkünstler, Künstlerpaar (Choreograph/in mit Regisseur/in) oder Gruppe erfolgen.

Der Wettbewerb wird in einem zweistufigen Verfahren durchgeführt. Die erste Stufe findet als Ideenwettbewerb für eine Kamera- Choreographie statt. Eine internationale Fachjury wird aus allen eingereichten Konzepten sechs auswählen, die einen Förderpreis con DM 6000 erhalten, der zur Erstellung eines circa dreiminütigen Pilotvideos dient. In der zweiten Stufe des Wettbewerbs wählt die Jury unter den sechs Pilotvideos ein Produktionskonzept aus, das den Videotanzpreis 2000/ 2001 erhält.

Die ausführlichen Ausschreibungsunterlagen, die jetzt druckfrisch vorliegen, können beim Videotanzreferat der SK Stiftung Kultur, Im Mediapark 7, 50670 Köln, Telefon (0221) 226 2906 angefordert, über die Internetseite www.sk-kultur.de/videotanz abgerufen, oder direkt im Stiftungssekretariat abgeholt werden. Bewerbungsschluss für den Ideenwettbewerb ist der 1. Dezember 2000.




Pressestimmen