Die Gewinner der 28. Kölner Tanz- und Theaterpreise 2017

Preisgelder in einer Gesamtsumme von 31.100 € wurden am 4. Dezember an die Gewinner überreicht

Der Kölner Theaterpreis 2017 wurde geteilt zwischen der Koproduktion von ANALOGTHEATER und studiobühneköln sowie dem Theater der Keller in Koproduktion mit theaterblackbox köln. Alle Fotos auf dieser Seite: © Janet Sinica

Zum 28. Mal wurden am 4. Dezember im Haus der SK Stiftung Kultur im Mediapark die Kölner Tanz- und Theaterpreise verliehen. Die Kategorien sind: Schauspiel, Kinder- und Jugendproduktionen, Tanz, bester Darsteller, politisches Theater, Ehrenpreis und bester Nachwuchsschauspieler. Es wurden Preisgelder in einer Gesamtsumme von 31.100 € an die Gewinner überreicht. Bis auf den Kölner Ehrentheaterpreis blieben wie immer alle Preisträger bis zum Öffnen der Umschläge geheim. Für unterhaltsame Auflockerung sorgten die Cellistin Lih Qun Wong, die klassische mit elektronischer Musik kombiniert (https://lihqun.com), sowie der akrobatische Tänzer Vinzenz Wagner (www.vinzenzwagner.at).

 

Kölner Theaterpreis  

dotiert mit 10.000 Euro, gestiftet von der Sparkasse KölnBonn, dem Kulturamt der Stadt Köln und Prof. Hon. Dr. med. Manuel Cornely

Jury: Norbert Raffelsiefen, Ulrike Westhoff und Henriette Westphal

Der Preis wurde geteilt und ging zu gleichen Teilen an:

Nur Utopien sind noch realistisch, eine Koproduktion von ANALOGTHEATER und studiobühneköln, Regie: Daniel Schüßler, in der studiobühneköln

„Rosis Sicht auf Gegenwart und Zukunft ist bestechend und wahr wie ein philosophischer Text. Im Wechsel erzählt von den großartig aufgelegten Akteuren des ANALOGTHEATERs, die sich nie anbiedern und immer wieder Distanz herstellen.“

Bilqiss“ nach dem Roman von Saphia Azzeddine, Theater der Keller in Koproduktion mit theaterblackbox köln, Bühnenfassung, Regie, Video und Ton: Ulrike Janssen, im Theater der Keller 

„Die Inszenierung [Bilqiss] zeigt, wie es ist, wenn Frauen sich wehren. Ohne Hysterie und Gezeter, ruhig und konzentriert geht es gegen die Macht von Männern und um das Recht auf eine eigene Vorstellung von Religion.“
(Auszüge aus der Laudatio von Jurymitglied Henriette Westphal)

Kölner Kinder- und Jugendtheaterpreis 

dotiert mit 5.000 Euro, bereit gestellt von der GAG Immobilien AG

Jury: Christian Bos, Thomas Linden und Ulli Türk, geht an:

Das doppelte Lottchenvon Erich Kästner in der Kölner Fassung von Jutta M. Staerk für vier Personen, Regie: Frank Hörner im COMEDIA Theater Köln

„Der fliegende Wechsel beim Rollentausch gibt dem Stück ein hohes Tempo. Schwungvoll und mit Witz und Kreativität verwandeln minimale Stilmittel wie der Einsatz einer Haarspange oder das Drehen der Pagenschnittperücke Lotte in die Mutter oder die eine in die andere Figur. Jeder spielt jeden! […] Frei von Kitsch und Sentimentalität mit viel Charme, Herz UND Tiefe ist der Comedia eine außergewöhnliche sehr sehenswerte Inszenierung gelungen.“
(Auszug aus der Laudatio von Jurymitglied Ulli Türk) 

 

Kölner Tanztheaterpreis 

Preisgeld 5.000 Euro – gestiftet von der TÜV Rheinland Stiftung

Jury: Dr. Rita Kramp, Thomas Linden und Melanie Suchy, geht an:

Chombotrope – The Jitta Collective“, eine Produktion von MOUVOIR e.V. und Tuchangamke Group, Kenia, in Koproduktion mit der Akademie der Künste der Welt im Rahmen der PLURIVERSALE VII, Projekt-Initiation und Idee: Kefa Oiro und Stephanie Thiersch, Regie, Choreografie und Text (Deutschland): Stephanie Thiersch, im Stadtgarten Köln 

„Den Schuh zieht sich ‚Chombotrope‘ an: diese Sache mit der ‚appropriation‘. Es ist ein Tanzschuh. Nein: viele Tanzschuhe. Stephanie Thiersch und ihr kenianischer Kollege Kefa Oiro haben diese Tanz-Theater-Musik-Fashion-Performance konzipiert für ein eigens zusammengestelltes transkontinentales Jitta-Collective. […] Anmaßung aber zieht darüber hinaus: das ist die Stärke von „Chombotrope.“
(Auszug aus der Laudatio von Jurymitglied Melanie Suchy) 

 

Kölner Darstellerpreis 

Preisgeld: 3.500 € bereitgestellt von der CG LYMPHA.

Die Preisträgerin wurde ermittelt von allen Jurymitgliedern der durch die SK Stiftung Kultur ausgelobten Kölner Tanz- und Theaterpreise:

Nadja Duesterberg für ihre Rolle in „Weiß ist keine Farbe“, Regie: Markjolf Naujoks, im COMEDIA Theater Köln und viele andere Rollen in Theaterstücken der letzten Jahre 

Matthias Gensior vom Preisgeldstifter CG LYMPHA überreichte die Urkunde an Nadja Duesterberg.

„Aber das Tolle an ihr ist ja, dass man die emotionale Wucht, der sie dort freien Lauf lassen darf, eigentlich in jeder ihrer Rollen spürt. Ob sie nun den Gott der Unterwelt, eine randständige Göre oder eine Frau mit unerfülltem Kinderwunsch spielt: Immer steht da jemand vor uns, der schon sehr viel Energie ausstrahlt, mal dunkle, mal hellere, von dem wir aber immer und unbedingt noch mehr wissen wollen.“
(Auszug aus der Laudatio von Jurymitglied Christian Bos) 

 

Kölner Ehrentheaterpreis 

dotiert mit 2.600 Euro — Stifter: NetCologne GmbH

Jury aus den bisherigen Ehrentheaterpreisträgern, geht an: 

Dr. Winfried Gellner 

Dr. Winfried Gellner (rechts im Bild) und Prof. Hans-Georg Bögner, Geschäftsführer der SK Stiftung Kultur

„Zurückhaltend, bescheiden und uneitel in seinem Auftreten ist Winfried Gellner doch ein genauer und scharfer Beobachter und Kenner des Kölner Kulturlebens, ein Liebhaber des Theaters, des Tanzes, der performativen Künste, aber eben auch der Musik, der bildenden Kunst, der Literatur, der Fotografie und des Films. […] Mit seinem grenzüberschreitenden Denken war Winfried Gellner zuerst seiner Zeit voraus und heute ist er damit voll auf der Höhe der zeitgenössischen Kunst, des zeitgenössischen Theaters.“
(Auszug aus der Laudatio von Angie Hiesl, Trägerin des Kölner Ehrentheaterpreises 2001 und Mitglied der Jury für den Kölner Ehrentheaterpreis) 

 

Kurt-Hackenberg-Preis für politisches Theater 

dotiert mit 2500 Euro, ausgelobt und gestiftet von der Freien Volksbühne Köln,

Jury: Dr. Sandra Nuy, Hans-Georg Lützenkirchen und Mia Helmis, geht an: 

Caput VIII – Heine in Müllem – Theatrale Stadtteilerforschung rund um die Mülheimer Brücke mit Musik und Projektion

Text und Konzeption: Marco Hasenkopf

Produktion: districtneun - Bietz & Hasenkopf GbR für kulturelle Projekte an der Schnittstelle von Literatur, Interkultur, Theater und Kunst im öffentlichen Raum & wehrtheater – Inszenierung: Andrea Bleikamp 

„Die Koproduktion von distriktneun und wehrtheater schafft mit geringen aber pointiert eingesetzten Mitteln ein lehrreich-intensives Theatererlebnis im Stadtraum, das den politischen Dichter Heinrich Heine in unerwarteter Aktualität nahebringt. Zugleich erfährt der in Mülheim an vielen Stellen bedürftige öffentliche Raum eine unmittelbare Belebung. Diese findet eine verlorene Würde des Ortes und weitet das politische Bewusstsein für eine identitätsstiftende Stadtentwicklung.“
(Auszug aus der Laudatio von Jurymitglied Dr. Sandra Nuy) 

 

„puck 2017“
Nachwuchspreis für junge Schauspielerinnen oder Schauspieler
 

dotiert mit 2.500 Euro, ausgelobt von der Theatergemeinde Köln, bereitgestellt von der RheinEnergie AG

Jury: Künstlerischer Beirat Sprechtheater der Theatergemeinde Köln unter dem Vorsitz von Dr. Bernhard Paffrath, geht an: 

Asim Odobašic

Foto: v.l.n.r.: Prof. Hans-Georg Bögner, SK Stiftung Kultur; Franz-Josef Knieps, Theatergemeinde Köln; Preisträger Asim Odobašic; Dr. Dieter Steinkamp, Preisgeldgeber RheinEnergie.

„Jedes Jahr fragt sich die Jury für den Puck, welche Eigenschaften eines guten Schauspielers bei den jeweiligen Kandidatinnen und Kandidaten erkennbar werden konnten? Ein guter Schauspieler ist wandelbar, lebendig, körperlich präsent, vor allem aber unterhaltsam. Er pflegt den Kontakt zum Publikum, er nimmt die anderen Figuren auf der Bühne wahr und agiert mit ihnen, auch wenn er gerade keinen Text hat. Ein guter Schauspieler verfügt über eine eigene und ansprechende Bühnenpräsenz. Er hat eine natürliche Körperlichkeit. Und er besitzt eine ausdrucksstarke, facettenreiche und klare Stimme. Last but not least hat er ein unfehlbares Gefühl für Timing. Und bei allen diesen Eigenschaften eines guten Schauspielers hat Asim Odobašic uns dieses Jahr überzeugen können.“
(Auszug aus der Laudatio von Dr. Bernhard Paffrath)

Die Kölner Tanz- und Theaterpreise werden unterstützt von:
Sparkasse KölnBonn, Kulturamt der Stadt Köln, Prof. Hon. Dr. med. Manuel Cornely, GAG Immobilien AG, TÜV Rheinland Stiftung, CG LYMPHA, Freie Volksbühne Köln, NetCologne GmbH und RheinEnergie AG.
 

Allgemeine Informationen zu den Kölner Tanz- und Theaterpreisen