Wie wir wohnen wollen!

Kurzfilmprogramm der SK Stiftung Kultur | Open Air im August Sander Park | Freitag, 28. August mit Einbruch der Dunkelheit, ca. 21 Uhr | Eintritt frei, Online-Anmeldung erforderlich

Foto: © Simon Rupieper

Kuratiert von Birgit Hauska, Dominik Bühler und Simon Rupieper

Gerade hat unsere Gesellschaft das Wohnen im Corona-Lockdown schlecht oder recht hinter sich gebracht. In einigen Regionen der Welt ist es noch voll im Gange. Das eigene Zuhause wurde mit einem Mal Schauplatz für alle existentiellen Lebensbereiche: Unser Wohnbereich musste herhalten für Homeoffice, Homeschooling, Betreuung für die Kleinen und Rückzugsmöglichkeiten gleichermaßen - für viele eine große Herausforderung. Die Pandemie machte wie mit einem Brennglas klar, wer und wie viele von der Wohnungskrise betroffen sind und trifft Menschen, die schon vor der Krise benachteiligt waren, härter.

„Auch mit den Lockerungen der Corona-Maßnahmen bleibt die eigene Wohnung ein essenzieller Rückzugsort. Wir setzen alles daran, dass Sie sich dort sicher, gesund und geborgen fühlen.“ (Zitat Deutsche Wohnen, Webseite Juli 2020)

Aus aktuellem Anlass zeigen wir das genreübergreifende Kurzfilmprogramm Wie wir wohnen wollen! - zusammengestellt für die Sommerfilmnächte 2017 in einer 2020 überarbeiteten Version. In Deutschland hat die durchschnittliche Wohnfläche pro Einwohner*in in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Gleichzeitig sind die Mieten und Kaufpreise in den Metropolen stetig gestiegen. Die Ausgaben fürs Wohnen entkoppeln sich zunehmend vom Einkommen. Der bezahlbare Wohnraum in Städten wie Köln ist rar. Ein Thema, so brisant wie nie – könnte man meinen. Doch das Wohnen ist seit jeher eine aktuelle, weil existentielle Angelegenheit.

Wie wurde früher gewohnt, wie leben wir heute und welche Wünsche haben wir für die Zukunft? Das Programm kombiniert aktuelle sowie historische Kurzfilme, Videoarbeiten, Dokumentarfilme, Animationen, Musikvideos und Werbefilme und beleuchtet das Thema aus den vielfältigen Blickwinkeln der künstlerischen Auseinandersetzung. Die Filme präsentieren unterschiedliche Perspektiven auf die Gestaltung des Lebensraums, zeigen kreative Formen des Wohnens, thematisieren Nachbarschaft und stellen mal unterhaltsame, mal nachdenkliche Fragen.

Der Eintritt ist frei, allerdings ist eine Online-Anmeldung erforderlich.

 

Programm

Whirr (Regie: Timo Katz, D 2006, 3‘)

Sind Reihenhäuser eine Anhäufung des immer Gleichen? Oder lässt gerade die Reihung
individuelle Unterschiede hervortreten? Eine schwirrend poetische Betrachtung.

Biotop (Regie: Paul Scholten, D 2018, 11‘)

Das Leben in Neuperlach, einem Vorort von München, ist beschaulich. Es ist eine heile Welt, wo sich die Nachbarn untereinander kennen und man sich gegenseitig grüßt. Seit einiger Zeit ist der Frieden aber gestört, denn es sollen Flüchtlinge nebenan einziehen. Da einige Menschen Angst vor Ruhestörungen haben, wird eine Lärmschutzvorrichtung gebaut.

Catalogue – Get Well Soon (Regie: Philipp Käßbohrer, D 2016, 5:30’)

Die 70er Jahre, ein Kommissar, ein Tatort und jede Menge Dinge, welche die Mordopfer hinterließen. Was sagt unser Eigentum, unser Wohnort unsere Einrichtung über unser Leben aus? Welche Geschichten erzählen diese Dinge über uns?

Walls (Regie: Miguel López Beraza, ESP 2014, 10‘)

Wenn Wände sprechen könnten, was würden Sie über die Menschen erzählen, die zwischen ihnen wohnen? Ein Haus in Budapest berichtet von einem Tag im Leben von Herrn István und Frau Magdi, die seit vielen Jahren Nachbarn sind. Ein zärtlicher Blick auf Leidenschaften, Routinen und Geschichten.

Schönen, guten Tag (Regie: Corinna Schnitt, D 1995, 5‘)

Vermieter*innen sind mal so, mal so. Herzensgut, fürsorglich, kleinlich, aufdringlich, penetrant oder lustig. In dieser Anekdote über das Verhältnis zwischen ihnen und einer Mieterin sind sie all das zusammen.

The house of small cubes (Regie: Kunio Kato, JPN 2008, 12’)

In einem kleinen Haus, weit draußen auf dem Meer, sitzt ein alter Mann. Durch ein Tür im Boden fällt ihm seine Pfeife ins Wasser. Es beginnt ein Tauchgang durch die Vergangenheit bei dem der alte Mann nicht nur seine Pfeife wieder findet.

Haltestelle Hansaring (Regie: Tama Tobias Macht, D 2008, 6‘)

Eine Haltestelle in Köln. Häuser, so nah am Gleis, dass sich Bewohner*innen und Wartende in die Augen schauen können. Eine ruhige Betrachtung im Rauschen der Züge.

Wohnhaft (Regie: Bernhard Marsch, D 2001/2004, 10:30‘) 

Eine Wohnung voller Sachen. Einerseits eine skurrile Dokumentation des Messie-Daseins, andererseits eine liebevoll ironische Studie darüber, wie viel Geschichte sich in einer Wohnung ansammeln kann und welche Bedeutung das Wohnen für die Erinnerung hat.

Rauschen & Brausen I (Regie: Daniel Burkhardt, D 2007, 5‘)

Eine Hochhausfassade. Vorbeirauschende Autos. Symbole urbaner Realität. Ein Experimentalfilm, der zwischen Nähe und Distanz, zwischen Meditation und Hypnose oszilliert und den Zuschauer*innen ihre jeweils eigenen Assoziationsräume öffnet.

Kein Platz für Gerold (Regie: Daniel Nocke, D 2006, 5‘) 

Wer in einer Wohngemeinschaft zu Hause ist, hat tausend Geschichten zu erzählen. Der Animationsfilm erzählt eine davon. Eine Fabel über die Widrigkeiten des Zusammenlebens.

Sonntag, Büscherhöfchen 2 (Regie: Miriam Gossing & Lina Sieckmann, D 2014, 13‘) 

Ein Tag im Bergischen Land. Ruhig und kommentarlos beobachtet der Dokumentarfilm die Einrichtung und die Abläufe in einem Haus, das von individuellen Fantasien des Exotischen geprägt ist. Eine Safari in die Extravaganz der Vororte, zwischen Heimat und Fremde.

Der Eintritt ist frei, allerdings ist eine Online-Anmeldung erforderlich.

Die Veranstaltung wird gefördert von der Stadt Köln.