Berliner Secession und Russisches Ballett: Ernst Oppler

Aktuelle Ausstellung im Tanzmuseum | 11. März 2017 bis 28. Januar 2018

Ernst Oppler: Les Sylphides (Hinter den Kulissen). Öl auf Leinwand. Um 1915, Deutsches Tanzarchiv Köln

„Oppler verdiente sich seinen Namen als ‚Tanzmaler‘ seiner Epoche auch deshalb, weil er eine Ahnung davon gibt, wie Bewegung gedacht wird. [...] Hier versucht jemand, das Wesen des Bühnentanzes zu vermitteln, und konzentriert sich nicht alleine auf die möglichst effektvolle Grazie des weiblichen Körpers.“
Thomas Linden, Kölnische Rundschau vom 13. Mai 2017

Anlässlich des 150. Geburtstags des „Tanzmalers“ Ernst Oppler (1867-1929) zeigt das Deutsche Tanzarchiv Köln vom 11. März 2017 bis 28. Januar 2018 erstmals eine umfassende Retrospektive der Arbeiten mit Tanzbezug aus seinem bedeutenden Nachlassbestand Opplers.

Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt dabei auf dem nie zuvor gezeigten zeichnerischen Werk. Oppler hat nicht wie andere Maler die Tänzer pausierend („au repos“) oder in einer gehaltenen Pose im Atelier gezeichnet, sondern bei Proben und Aufführungen auf der Bühne: während des Tanzens. Er erfand sich für den dunklen Zuschauerraum einen beleuchteten Zeichenstift. Seine Skizzen zeigen Ballett und Tanz in der Authentizität der Bewegung. Anschließend sind viele der Skizzen in Radierungen und Gemälden künstlerisch „weiterverarbeitet“ worden.

Ernst Oppler: Selbstbildnis, zeichnend. Radierung, 1923; Deutsches Tanzarchiv Köln

Die Ausstellung zeigt u.a., wie Ernst Oppler, zu dieser Zeit bereits ein gefragter Porträtist der Gesellschaft, als Mitglied der Berliner Secession 1909 durch eine einzige Vorstellung des Kaiserlichen Russischen Balletts mit seinem Star Anna Pawlowa zum überzeugten Ballettliebhaber und -maler wurde. Die von der Secession veranstaltete geschlossene Aufführung für Mitglieder und die Presse war der Auftakt zu einer großen Anzahl von Auftritten des Kaiserlichen Russischen Balletts und dann der Ballets Russes des Serge Diaghilew in Berlin. Oppler hatte jahrelang die Möglichkeit, die Tänzer bei der Arbeit zu zeichnen und wohnte auf Einladung von Harry Graf Keßler beispielsweise den Proben zur Uraufführung der „Josephslegende“ von Richard Strauß 1914 in Paris bei.

Zum Kreis der von Oppler Dargestellten gehören nicht nur die namhaftesten Solisten russischer Herkunft wie Anna Pawlowa, Waslaw Nijinsky, Tamara Karsavina, Adolph Bolm, Michail Fokine, Léonide Massine, der Impresario Serge Diaghilew etc., sondern auch andere Tänzer in den 1910er und 1920er Jahren wie Josephine Baker, Leni Riefenstahl, La Argentina oder die Sacharoffs.

Ausführliche Informationen zur Ausstellung unter www.der-tanzmaler.de

 

Tanzmuseum des Deutschen Tanzarchiv Köln, Im Mediapark 7 (3.OG), 50670 Köln
Tel.: (0221) 888 95 -400 oder -444 (Museum), E-Mail: tanzarchiv( at )sk-kultur.de, www.sk-kultur.de/tanz

Das Tanzmuseum ist während der Laufzeit der Ausstellungen geöffnet täglich außer mittwochs, 14 bis 19 Uhr. 

Achtung neue Eintrittspreise: Erwachsene 5,50 € (erm. 3 €)
Kombiticket mit der Photographischen Sammlung: Erwachsene 7€ (erm. 4 €)
Erster Montag im Monat freier Eintritt!

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