Roselyne Titaud – „Géographies des limites humaines“. Photographien

Laufzeit: 22. Februar bis 21. Juli 2019

Roselyne Titaud: Teufelsbruch #3, 2017 © Roselyne Titaud, 2019

In Raum 2 werden photographische Arbeiten von Roselyne Titaud (*1977) gezeigt. Ihre Motivwelt umfasst das Interieur verbunden mit vorgefundenen Stilllebenformationen sowie Naturbetrachtungen, entstanden etwa in Wäldern und Flusslandschaften in Deutschland und Frankreich. Roselyne Titaud hat an der École des Beaux-arts in Saint-Étienne studiert und lebt seit einigen Jahren in Berlin.

Unter dem Titel „Géographies des limites humaines“ – eine Referenz an ein Gedicht von Paul Eluard verfasst 1936 – hat die Künstlerin eine Auswahl aus unterschiedlichen photographischen Serien getroffen (A bruit, Tiefe, 2012–2013; Interieurs, Arrangements, 2001–2007; Am Löwentor, 2009; Les vallées, 2015; La Loire, 2017–18) und mit weiteren Einzelmotiven aus ihrem Schaffen in einen assoziativen Zusammenklang gesetzt.

Roselyne Titaud: o. T., Potsdam, 2012 © Roselyne Titaud, 2019

Das Genre des Stilllebens ist für Roselyne Titaud ein zentrales Arbeitsfeld. Ihre Bildgegenstände findet sie in französischen und Berliner Wohnungen. Dargestellt sind private dekorative Arrangements, die von persönlichen Vorlieben und Geschmäckern erzählen, auf Erinnerungsmomente anspielen und denen so eine besondere zeitliche Komponente innewohnt. Auf den Photographien von Titaud entdeckt man Porzellan und Glas in unterschiedlichen Formen und Farben, als Geschirr, Vasen oder auch figürlich; dekorative Stoffe mit Mustern und Fransen, aus Spitze oder gewebt, Kissen und Überwürfe auf dem Mobiliar, Sessel, Vitrinen, Kommoden und kleine Tische, auf denen die Gegenstände drapiert sind. Eine Motivgruppe, die besonders häufig auf den Bildern anzutreffen und die von einer großen Vielfalt ist, sind Blumen, Pflanzen und auch nachgebildete Tiere. Dieser der Natur entnommene Kosmos an Gegenständen erscheint uns befremdlich wie vertraut zugleich. Er führt weg von der Gegenwart in eine vergangene Zeit, als Einrichtungsmoden und -stile noch anderen ästhetischen und materiellen Parametern unterlagen.

Die Ausstellung wurde realisiert mit freundlicher Unterstützung der Gesellschaft zur Förderung der Photographischen Sammlung der SK Stiftung Kultur, Köln e.V.

„Die Hummer-Quadrille“

Photographien von Roselyne Titaud, Herbert Bayer, Jim Dine, Ruth Hallensleben, Willi Moegle und Anonyme

Eine Ausstellung im Rahmen von „Artist meets Archive“ und der Internationalen Photoszene Köln (3. Mai bis 21. Juli 2019 in Raum 3, Eröffnung: Sonntag, 5. Mai um 14 Uhr)

Links: Ruth Hallensleben: Reklame für die Tapetenfirma Pickhardt & Siebert, Gummersbach, August 1956 © Fotoarchiv Ruhr Museum Essen, 2019; courtesy Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln. Rechts: Roselyne Titaud: Wunderkammer – Zauberspiegel, 2015 © Roselyne Titaud, 2019

Ab dem 3. Mai wird ein zweiter, neu installierter Teil der Ausstellung von Roselyne Titaud in Raum 3 zu sehen sein. Im Rahmen von „Artist meets Archive“, ein Kooperationsprojekt der Internationalen Photoszene Köln, war die Künstlerin eingeladen, sich mit den Archivbeständen der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur zu beschäftigen. Und es sind insbesondere die „verborgenen Schätze“, die Seitenstränge der Sammlung, die Titaud als Impulsgeber entdeckt und mit eigenen Arbeiten in einen assoziativen Dialog gesetzt hat. Ausgewählt hat sie Photographien von Herbert Bayer, Jim Dine, Ruth Hallensleben, Willi Moegle und Anonyme. Jedes noch so unterschiedliche Werk wird Teil eines visuellen Alphabets, das in der Zusammenstellung der Künstlerin veränderte Blickwinkel und Interpretationen ermöglicht. „Die Hummer-Quadrille“ bezeichnet ein Kapitel aus Lewis Carrolls Roman Alice im Wunderland, in dem sich Meerestiere zum Tanz zusammenfinden und einen bunten Reigen in immer neuen Konstellationen bilden – ein offenes und dynamisches Bezugssystem, das sinnbildlich für das Ausstellungskonzept steht.

zeitgleich in Raum 1:
Poesie der Pflanze – Photograpien von Karl Blossfeldt und Jim Dine

Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Im Mediapark 7, 50670 Köln, Tel.: +49 221/888 95 300, E-Mail: photographie( at )sk-kultur.de, www.photographie-sk-kultur.de,

Anreise und Parken

Ausstellungen zu den Laufzeiten geöffnet täglich außer mittwochs von 14 bis 19 Uhr

Geschlossen am Karfreitag, 19.4., alle anderen Feiertage geöffnet.

Sonderöffnungszeiten anlässlich der Photoszene Köln 2019/Artist Meets Archive:
Freitag, 3. Mai: 14 bis 22 Uhr
Samstag und Sonntag, 4./5. Mai: 11 bis 19 Uhr
Freitag, 10. Mai: 14 bis 21 Uhr

Eintritt: 5,50 € (ermäßigt 3 €), erster Montag im Monat freier Eintritt! Regelmäßige Führung: Jeden Sonntag um 15 Uhr, Kosten: regulärer Eintritt + 2 € Führungsgebühr