Deutsches Tanzarchiv Köln

Das Deutsche Tanzarchiv ist ein weltweit vernetztes Informations-, Dokumentations- und Forschungszentrum für Tanz. Aufgrund seiner einzigartigen Bestände und dem angeschlossenen Ausstellungsbereich zählt es zu den renommiertesten Archiven der Tanzkunst weltweit.

Eine Ballerina verbeugt sich
Anna Pawlowa als sterbender Schwan um 1908.

Das Deutsche Tanzarchiv Köln widmet sich der Bewahrung der Zeugnisse der Tanzkunst. Wissenschaftler, Studenten, Journalisten, Tänzer, Choreographen, Pädagogen, Museen, Verlage und Ballettliebhaber aus aller Welt nutzen das breite Spektrum der Bestände für ihre Forschungen. Weitere Schwerpunkt sind die wissenschaftliche Aufarbeitung der Tanzkunst sowie deren Präsentation in Ausstellungen und eigenen Publikationen, wie in eigenen Forschungsarbeiten und einer Internetzeitschrift.

Nach dem Erwerb durch die damalige Stadtsparkasse Köln (heute Sparkasse KölnBonn) wurde es 1986 in gemeinsamer Trägerschaft mit der Stadt Köln einer breiten Öffentlichkeit als Informations-, Dokumentations- und Forschungszentrum für Tanz zugänglich gemacht. Das Deutsche Tanzarchiv Köln ist An-Institut der Hochschule für Musik und Tanz in Köln und kooperiert mit der Folkwang-Universität der Künste, Essen, als eine weitere in Nordrhein-Westfalen ansässige Institution der Tanzausbildung. In Zusammenarbeit mit dem Land Nordrhein-Westfalen schreibt das Deutsche Tanzarchiv Köln alle fünf Jahre den Tanzwissenschaftspreis NRW aus. 

Archiv

Das Archiv umfasst über 400 Nachlässe und Sammlungen von Tänzern, Choreographen, Tanzpädagogen und Ballettkritikern (z.B. von den Sacharoffs, Harald Kreutzberg, Kurt Jooss, Mary Wigman und Dore Hoyer), eine Photosammlung, die ca. 160.000 Photos und 117.000 Originalnegative beinhaltet (darunter Photographennachlässe, z.B. von Siegfried Enkelmann und Hans Rama), eine Kunstsammlung zum Thema Tanz (z.B. mit den Nachlässen von Ernst Oppler und Arthur Grunenberg) sowie eine Kostümsammlung. Die Vielfalt des Archivs lassen sich hier anhand ausgewählter Schmuckstücke aus den Archivdepots erahnen.

Tanzmuseum

In dem an das Deutsche Tanzarchiv Köln angeschlossene Tanzmuseum werden Geschichte und Gegenwart der Tanzkunst auf besondere Weise erlebbar. Die jährlich wechselnden thematischen Ausstellungen speisen sich aus den reichhaltigen Beständen des deutschen Tanzarchivs Köln. Das Tanzmuseum möchte so das Wesen des Tanzes zum Ausdruck zu bringen. Dabei steht nicht das bereits Sichtbare im Mittelpunkt, sondern vielmehr der Vorgang des Sichtbar-Machens und des Erkennens.

Eine kleine Bronzefigur, die eine Tänzerin zeigt, vor einer blauen Wand
Der Eingang des Tanzmuseums. Foto: Susanne Fern

Ausstellungsbegleitende Veranstaltungen wie Führungen, Vorträge, Filmpräsentationen, Lesungen und Diskussionen machen das Tanzmuseum zu einem Ort der Begegnung und ermöglichen den Besuchern immer neue Zugänge zum Thema. Sie bringen einem breiten Publikum den Tanz in seiner kulturübergreifenden Vielfalt und mit seiner faszinierenden Geschichte näher.

Bibliothek

Die Bibliothek des Deutschen Tanzarchivs Köln beinhaltet einen Präsenzbestand von momentan ca. 13.000 Titeln zu allen Themen des Tanzes aus dem In- und Ausland, darunter seltene Bücher seit dem 16. Jahrhundert und zahlreiche Dissertationen. 85 aktuelle Fachzeitschriften sowie ein etwa 16.000 Hefte umfassender Zeitschriftengesamtbestand ergänzen das umfassende Informationsangebot. Filme aus der über 6.500 Einheiten umfassenden Filmsammlung des Deutschen Tanzarchivs Köln können eingesehen werden. Sie umfasst verschiedene Tanzfilmkategorien: Kamera-Choreographie, filmische Neuinszenierung, experimenteller Tanzfilm, Dokumentation, Tanz-Spielfilm, Musical sowie Bühnenaufzeichnung. 

Ein Stuhl vor einem Fernseher, der das Gesicht einer Frau in schwarz-weiß zeigt
Die Bibliothek des Deutschen Tanzarchivs Köln beinhaltet auch eine umfangreiche Filmsammlung. Foto: Susanne Fern

Archiv- und Museumspädagogik

Das Museumspädagogische Angebot umfasst speziell entwickelte Führungen und Spielaktionen durch die Kindergartengruppen und Schulklassen den Tanz in seiner Vielfalt und Historie, Theorie und Praxis kennen lernen. Die jungen Besucher können sich dabei aktiv mit den Themen und Exponaten auseinandersetzen. Auch für Erwachsene sind Sonderführungen durch das Tanzmuseum sowie Einführungen in die Arbeit des Tanzarchivs auf Anfrage möglich.

Freundes- und Förderkreis

Im Jahr 1997 wurde von Tanzinteressierten der Verein der Freunde der Tanzkunst am Deutschen Tanzarchiv Köln gegründet. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, das Deutsche Tanzarchiv Köln aktiv zu unterstützen, einen verstärkten internationalen Erfahrungsaustausch von Tanzwissenschaftlern zu fördern und die Arbeit des Deutschen Tanzarchivs Köln einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Der Freundeskreis veranstaltet regelmäßig Tanzfahrten und Sonderveranstaltungen, die die Vielfalt des künstlerischen Bühnentanzes vorstellen sowie über die Arbeit des Deutschen Tanzarchivs Köln informieren.