Bücher, Bilder und Filme aus Polen
13. Mai - 3. Juni 2000

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Wanda Chotomska


Werke/Auswahl:

Guten Tag, meine Tochter und andere Erzählungen
„Dzien dobry, córeczko i inne opowiadania“
illustriert von Katarzyna Orthwein,
BGW 1995
Der Baum mit dem roten Segel
„Drzewo z czerwonym zaglem“,
dt. von Esther Kinsky, Gildenstern 1988, zugleich Kinderbuchverlag 1988
Gedichte für Kinder
„Wiersze dla dzieci“,
illustriert von Aleksandra Michalska-Szwagierczak,
Podsiedlik-Raniowski i Spólka 1997


Wanda Chotomska, 1929 geboren, lebt in Warszawa (Warschau). Sie ist die bekannteste und anerkannteste Kinderbuchautorin Polens. Ihre Bücher sind sehr beliebt. Neben Gedichten für Kinder schreibt sie Erzählungen und Liedtexte. Sie arbeitet als Dramaturgin für das Theater, den Film und ist für verschiedene Radio- und Fernsehprogramme tätig. Ihr erstes Kinderbuch Tere-fere veröffentlichte sie 1958. Seither sind fast sechzig Bücher von ihr erschienen, für die sie viele Auszeichnungen erhielt. Die Erzählung „Der Baum mit dem rotem Segel“ (Drzewo z czerwonym zaglem) wurde 1979 in die Hans-Christian-Andersen-Ehrenliste aufgenommen. Inhaltlich und formal setzt sie traditionelle Kinderliteratur im besten Sinne fort. Ihre Sprache ist leise und feinfühlig und besticht durch Originalität und einen feinen hintergründigen Humor.In ihren Erzählungen spürt man, dass Wanda Chotomska sich als Anwältin von Kindern sieht, die sich in der Welt der Erwachsenen oftmals verloren und unverstanden fühlen. Die kindliche Wahrnehmung und Fantasie prägen auch die Grundstimmung ihrer Gedichte, mit deren „Helden“ sich die Dichterin partnerschaftlich verbunden fühlt, auch wenn es schon mal schwache Helden sind.

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Marta Fox


Werke/Auswahl:

Magda.doc
„Magda.doc“,
Siedmioróg 1996
Agaton-Gagaton: Wie schön,
man selbst zu sein

„Agaton-Gagaton: jak pi´knie byç sobà”,
Siedmioróg 1996


Marta Fox wurde 1952 geboren und lebt in Katowice. Als Literaturkritikerin und Schriftstellerin wurde sie schon mehrfach mit literarischen Auszeichnungen geehrt. Seit dem Roman „Schokoriegel Always weich wie Regenwasser“ (Batoniki Always mi´kki´ jak deszczówka, 1994) hat sie vier Bücher für Jugendliche veröffentlicht. Sie schreibt moderne, realistische Familienromane, die ein partnerschaftlicheres Familienmodell zeigen. Sie spricht darin auch ganz offen sogenannte Tabuthemen wie z.B. Sexualität an.

Die Heldin ihres Romans „Magda.doc“, eine introvertierte, sehr ernsthafte Achtzehnjährige, lebt bei ihrer Mutter. Sie hat keine Freunde, nimmt keine Rendezvous an. Dann aber verliebt sie sich, lässt sich verführen und wird schwanger. Das von ihr geführte Computertagebuch ist das Einzige, dem sie vertraut. Es ist die Chronik ihres einsamen Lebens, der kurzen Liebesgeschichte und der sich entwickelnden Schwangerschaft. Dieses Tagebuch gibt die beinahe emotionslose Beziehung zwischen ihr und ihrer Mutter wieder, später den totalen Bruch und das Ende der Liebe zu dem unreifen Partner. Auch die Schule nimmt einen großen Raum ein, das Lernen, die Sorgen um das Abitur. Beim Nachdenken über ihr künftiges Kind lernt Magda die Welt und sich selber kennen. Durch ihren emotionalen und sozialen Reifeprozess gewinnt sie schließlich doch die Anerkennung ihrer Umgebung. Sie wird zur Frau.

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Jacek Inglot


Werke/Auswahl:

Inquisitor
„Inquisitor“, Rebis 1996
Quietus
„Quietus”, Zysk i S-ka 1997


Jacek Inglot, 1962 in Trzebnica geboren, lebt heute in Breslau. Er unterrichtet Polnisch an der Oberschule. Als Science-Fiction-Autor ist er sehr bekannt und beliebt. Er hat neben seiner journalistischen Arbeit u. a. bei Nowa Fantastyka („Neue Fantastik”) zahlreiche Initiativen der SF-Fangemeinde ins Leben gerufen. Ein scheinbarer Widerspruch durchzieht sein schriftstellerisches Schaffen: Auf der einen Seite wendet er sich vehement gegen die Trivialisierung des polnischen Buchmarktes durch billige Massenware aus dem Ausland, auf der anderen Seite hat er sich für die einfache und unterhaltsame Fantasy-Literatur eingesetzt. Zeugnisse dieses Widerspruchs sind die in seinem Werk immer wieder auftretende Figur des Teufels, der den Menschen in Versuchung führt sowie seine Prophezeiungen über die Zukunft der Kultur. Jacek Inglot ist ein geselliger Junggeselle:Er hat in der Nähe von Breslau mehrere Sommer-Fantasy-Camps organisiert, an denen Schriftsteller, Kritiker und Wissenschaftler der jüngeren Generation teilnahmen. Da Jacek Inglot die nette Angewohnheit hat, seine Freunde und Bekannte in seinen Romanen und Erzählungen zu porträtieren, spiegeln sich diese Kontakte in seiner Prosa wieder.

Inglots 1996 erschienener Roman „Inquisitor“ ist einerseits eine realistische Darstellung der heutigen Verhältnisse in Schulen und andererseits eine Schreckensvision bzw. eine theologische Fiktion mit Elementen einer virtuellen Realität. Der Teufel im Schulcomputer sät Aufruhr unter den Schülern, veranlasst sie zu Morden und Selbstmorden. Ihm stellt sich der Erzähler entgegen, ein Polnischlehrer, der seinen Schülern ehrlich zugetan ist. Im 1997 veröffentlichten Roman „Quietus“ stellt Inglot eine alternative Vision der Geschichte Roms und des Christentums vor. Der Roman knüpft an “Quo Vadis” des polnischen Nobelpreisträgers Henryk Sienkiewicz an.

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Ludwik Jerzy Kern


Werke/Auswahl:

Karampuk
„Karampuk“, Nasza Ksiegarnia 1988
Mein Elefant heißt Dominik
„Prosz´ Slonia“, Siedmioróg 1993
Ferdinand Fabelhaft, oder wie
ein Hund auf den Menschen kam.

„Ferdynand Wspanialy“, Siedmioróg 1997
dt. von Christa Vogel, mit Bildern von Susanne Wechdorn,
Arena 1997


Ludwik Jerzy Kern wurde 1921 geboren und lebt in Kraków. Der Schriftsteller, Journalist und Übersetzer schreibt ebenso gerne für Kinder und Jugendliche wie für Erwachsene. Er hat weit über 40 Kinderbücher veröffentlicht, das erste erschien schon 1956 „Das erste und einige andere Gedichte“ (Pierwszy i kilka innych wierszy).

Am bekanntesten sind seine Romane über die Abenteuer von „Ferdinand Fabelhaft“ (Ferdynand Wspanialy), einem sehr außergewöhnlichen Hund. Von der Form her sind seine Werke eher traditionell, allerdings mit zahlreichen Elementen der Nonsens-Poesie versehen. Die Geschichten bestechen durch raffinierte Einfachheit, Humor und satirischen Biss. Ludwik Jerzy Kern wurde mit zahlreichen Preisen geehrt, u.a. zweimal (1976 und 1978) mit dem Preis des Vorsitzenden des Ministerrats.

In der Erzählung „Karampuk“ geht es um die Geschichte des gleichnamigen Kaninchens, das während eines Auftritts des Zauberers Miguel Campinello de la
Vare Zapassas in einem Zylinder zu Welt kommt und die verschiedensten Abenteuer besteht. Die zweite Hauptfigur ist der Zauberer selbst, den Karampuk als seinen „Muttervater“ ansieht, und der den zunächst ungewollten „Sohn“ durch die ganze Erzählung begleitet. Karampuk, der gerade „geboren“ wurde, stellt zwar am Anfang naive Fragen, doch seine Bemerkungen und Schlussfolgerungen zeugen davon, dass er der neu entdeckten Welt sehr offen und vorurteilsfrei gegenübersteht. Das ermöglicht z.B. ein Gespräch zwischen dem klugen Kaninchen und einem Auto, dessen Besitzer der Zauberer Zapassas nie auf die Idee käme, sich auf diese Weise mit seinem Wagen zu verständigen. „Karampuk“ ist ein Buch für ältere Kinder, d.h. für Kinder, die anfangen, die Welt bewusst zu entdecken. Aber es ist auch ein Buch für Erwachsene, die die Welt noch mit den Augen eines Kindes betrachten können.

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Maria Ewa Letki


Werke/Auswahl:

Die Geburtstagsinsel

„Wyspa Urodzinowa“,
illustriert von Maria Ekier,
GiG 1990
Das Ungeheuer
„Potwór“,
illustriert von Maria Ekier, Siedmioróg 1992


Maria Ewa Letki wurde 1948 geboren und lebt in Warschau. Sie schreibt Erzählungen für jüngere und ältere Kinder, wobei sie zwischen realistischen und poetisch-fantastischen Texten wechselt. Bisher hat sie dreizehn Bücher veröffentlicht, in denen sie die Probleme von Kindern auf verschiedene Art und Weise aufgreift. Ihr erstes Buch „Kinder, Verfolger und das ganze Durcheinander“ (Dzieci, tropiciele i ten wielki balagan) erschien 1974. Maria Ewa Letki erhielt mehrere Literaturpreise.

„Die Geburtstagsinsel“ ist eine fantastische Erzählung für jüngere Kinder über ein einsames Mädchen, das durch Zauberei auf eine Insel gelangt, auf der alle Wünsche in Erfüllung gehen. Dort leben nicht nur ungewöhnliche Tiere, sondern auch ein junges Ehepaar, von dem die kleine Heldin adoptiert wird. Wirklichkeit und Fantasie vermischen sich hier auf sehr natürliche Art und Weise. Alles ist von einer feinen Poesie und viel warmherzigem, etwas absurdem Humor durchdrungen.

„Das Ungeheuer“ ist eine vergnügliche Geschichte über ein Monster, das sich ein Kind im Zorn auf die Eltern ausdenkt. Nach und nach frisst es das ganze Haus mit seinen Bewohnern auf. Statt eines Alptraumes entwickelt sich eine Groteske, da sich alle im Bauch des Ungeheuers wohler fühlen als in Freiheit. Am Ende kehrt das Haus mit seinen Bewohnern wieder auf seinen Platz zurück. Wunderschön illustriert von Maria Ekier hat das Buch 1990 die Jan-Brzechwa-Auszeichnung erhalten.

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Jerzy Niemczuk


Werke/Auswahl:

Susannchens Abenteuer
„Przygody Zuzanki“,
illustriert von Jolanta Marcolla,
Papirus 1995
Erzählung mit schrecklichem Titel
„OpowieÊç pod strasznym tytulem“,
illustriert von Leszek Golysz,
Nasza Ksi´garnia 1997
Fünf Riesen auf die Hand
„Pieç melonów na reke“, Literatura 1996
Die Trolle
„Szalenczaki“,
illustriert von Julian Bohdanowicz,
Nasza Ksiegarnia 1999


Jerzy Niemczuk wurde 1948 geboren und lebt in Warschau. Der Schriftsteller und Dramaturg hat neben einer Reihe von Hörspielen auch zahlreiche Theaterstücke und Drehbücher u.a. für Kindertrickfilme geschrieben. Wie viele seiner polnischen Schriftstellerkollegen zieht er keine scharfe Trennung zwischen der Literatur für Erwachsene und der Kinderliteratur. Bisher hat er 10 Bücher veröffentlicht, das erste, Pawel, erschien 1980. Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt und mit vielen nationalen und internationalen Literaturpreisen ausgezeichnet.

Der Roman „Die Trolle“ (Szalenczaki) ist für Schulkinder der ersten Klassen wunderbar geeignet. Seine Helden sind trollartige, den Mumins nicht unähnliche Wesen. Die mit viel Fantasie und einer Prise humorvollen Nonsens geschilderte Trollfamilie erscheint wie die liebevolle Karikatur einer polnischen Durchschnittsfamilie. Sie - Eltern und Tochter - sind weder reich noch schön oder gebildet, nicht allzu scharfsinnig, dazu furchtsam und ungeschickt. Aber sie zeichnen sich durch eine fröhliche Unbekümmertheit aus. Egal was passiert, nie verlierensie den Glauben daran, dass nichts unmöglich ist. Sie sind eine „etwas merkwürdige, aber fröhliche“ Familie, deren Geschichten wunderbar unterhalten.

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Anna Onichimowska


Werke/Auswahl:

Ein gutes Ungeheuer ist nicht schlecht
„Dobry potwór nie jest zly“,
illustriert von Edyta Cwiek, Swiat Ksiàzki 1996
Kinder des Polarlichtes
„Dzieci zorzy polarnej“, gemeinsam mit Tom Paxal. Illustriert von Malgorzata Bienkowska, Jacek Santorski & Co. 1998
Das Ende der Welt und Walderdbeeren
„Koniec œwiata i poziomki“,
illustriert von Joanna Sedlaczek,
Wydawnictwa Szkolne i Pedagogiczne 1999


Anna Onichimowska,1952 geboren, lebt in Warschau. Ihr erstes von dreizehn Büchern für Kinder und Jugendliche erschien 1980. Ihre Kurzgeschichten für jüngere Kinder sind sehr erfolgreich. Anna Onichimowska wurde mit vielen in- und ausländischen Preisen ausgezeichnet. Sie ist Präsidentin der Polnischen Sektion des IBBY.

„Ein gutes Ungeheuer ist nicht schlecht” ist ein Buch mit Erzählungen für jüngere Kinder, in dem die fantastische Weltsicht über die realistische die Oberhand gewinnt. Die kleinen Helden freunden sich mit Zwergen an, mit Baumgeistern und Figuren aus Computerspielen. Das äußerst poesievolle Buch überwindet nicht nur die Angst vor dem Unbekannten, sondern zeigt auch die einmalige, für viele Erwachsene verlorengegangene Welt der Kinder.

Die fantastischen, gemeinsam mit dem Finnen Tom Paxal geschriebenen Erzählungen „Kinder des Polarlichtes“ bilden eine zusammenhängende Handlung. Das Buch wurde inspiriert von der Welt der Vorstellungen und Bräuche des skandinavischen Nordens. Die Wirklichkeit vermengt sich hier mit Magie und Mythen, sogar die Zeit gerät aus den Fugen. Am Ende besitzt die Welt des Traumes, der Fantasie und der Gefühle mehr Gewicht als die reale Welt. Dies wird durch die subtilen und witzigen Illustrationen von Malgorzata Bienkowska unterstrichen.

„Das Ende der Welt und Walderdbeeren“ist ein fantastischer Roman für Kinder der ersten Schulklassen. Der Ich-Erzähler macht sich mit Vater, Mutter und dem kleinen Bruder auf eine Reise ans Ende der Welt. Es gibt in dieser Geschichte keine krasse Trennung zwischen Wirklichkeit und Fantasie. Die Reiseabenteuer (die Wanderung, die Entführung, die Gefangennahme und das Auffinden des Schatzes) scheinen ein einziges gemeinsames Spiel zu sein, in dem die Realität nur ein Teil der großen Welt der Fantasie ist.

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Joanna Papuzinska


Werke/Auswahl:

Rauschewelt
„Szumikraj“
Fundacja “Ksiàzka dla dziecka“ 1993
Geschenkte Striche
„Darowane kreski“,
Atena 1994


Joanna Papuzinska wurde 1939 geboren und lebt in Warschau. Sie lehrt als Professorin an der Universität Warschau und ist Chefredakteurin der Zeitschrift für Kinderliteratur Guliwer. Als Literaturkritikerin und Autorin von Aufsätzen und Ratgebern zur zeitgenössischen polnischen Kinderliteratur ist sie ebenso sehr geschätzt wie als Kinder- und Jugendbuchautorin. Die erste Gedichtsammlung „Pims, den es nicht gibt“ (Pims, którego nie ma) erschien bereits 1967. Daneben veröffentlichte sie Märchen und fantastische Erzählungen in Anthologien. Joanna Papuziƒska erhielt u.a. 1994 den Internationalen Janusz-Korczak Literaturpreis für „Geschenkte Striche“.

Dieses Buch (Darowane kreski) erinnert an die Kindheit der Autorin in Warschau während des Krieges und in den ersten Nachkriegsjahren. Der Titel ist ein Zitat aus einem Kinderspiel. Gleichzeitig steht er auch als Symbol für das bewahrte Leben inmitten des Todes. Trotz der dramatischen Kriegs- und Nachkriegsereignisse schildert Joanna Papuziƒska mit einer klaren, einfachen und einfühlsamen Sprache die Möglichkeit einer glücklichen Kindheit, die auf Liebe und Hoffnung auf eine bessere und friedvollere Welt baut. Das Buch zeigt ganz im Geiste Janusz Korczaks eine Kindheit voll Wärme, mit dem Zuhause als Mittelpunkt - eine Schutzburg und Herberge für alle Menschen, ob klein, ob groß, in den Wirren der Geschichte.

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Agnieszka Taborska


Werke/Auswahl:

Die ausgetickte Uhr: eine Geschichte
„Szalony zegar“
Bilder von Antoni Boratynski,
dt. von Klaus Staemmler,
Patmos 1994
In der Himbeermarmelade
„W malinowym dzemie“, illustriert von Franciszek Masluszczak,
male 1995
Die Mondgeister
„Ksiezycowe duchy“
Bilder von Franciszek Masluszczak,
dt. von Klaus Staemmler, Patmos 1996
Der Fischer auf dem Meeresgrund
„O rybaku na morskim dnie“
Bilder von Jósef Wilkon,
dt. von Maiken Nielsen, Patmos 1997


Agnieszka Taborska, geboren 1961, studierte Kunstgeschichte und Romanistik und lebt in Warschau. Sie arbeitet als Autorin und Übersetzerin und bisher sind drei ihrer Kinderbücher in Deutschland erschienen. Zwei davon wurden von der Deutschen Akademie für Kinderbücher ausgezeichnet.

„In der Himbeermarmelade“ ist ein spaßiges, hinterlistiges und absurdes Buch, das sie mit dem Graphiker Franciszek MaÊluszczak gemeinsam gestaltet hat. Der Text und die schwarzweißen Illustrationen bilden eine untrennbare Einheit. Die Geschichte von Hänschen und dem Zauberer besitzt Elemente des Märchens, der Fantastischen Literatur und des Surrealismus. Mit ungeheurem Witz rückt Agnieszka Taborska der Sprache selbst zu Leibe, wenn z.B. Hänschen und der Zauberer im Wald auf Kommas treffen, die versuchen, jeden, den sie erwischen, in zwei Hälften zu zerteilen. Wenn man Glück hat, trifft man auf einen Bindestrich, der die beiden Hälften wieder zusammenbindet. In vielem erinnert diese Fabel an das Werk von Lewis Caroll.


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Dorota Terakowska


Werke/Auswahl:

Die Hexentochter
„Córka czarownic“,
Wydawnictwo Literackie 1998
Wo die Engel vom Himmel fallen
„Tam gdzie spadajà Anioly“,
Wydawnictwo Literackie 1999

Die bekannte Krakauer Journalistin wurde 1938 geboren. Ihr erstes Buch für Kinder „Der Herrscher von Lewaw“ (Wladca Lewawu) erschien 1989. In ihren fantastischen Romanen und Erzählungen für Jugendliche behandelt sie immer wieder die Suche nach der eigenen Identität. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage nach dem Recht auf persönliche Freiheit sowie u.a. auch das Selbstbestimmungsrecht anderer Völker und Kulturen. Dorota Terakowska erhielt viele renommierte Preise. Der Roman Córka czarownic wurde 1994 in die Hans-Christian-Andersen-Ehrenliste aufgenommen.

Die Handlung des Buches „Wo die Engel vom Himmel fallen“ verläuft auf zwei Ebenen, die einander durchdringen: Auf der ersten, irdischen Ebene spielt die Geschichte eines Mädchens, das seinen Schutzengel verloren hat und versucht ihn zurückzubekommen. Auf der zweiten, überirdischen Ebene kämpft der Schutzengel mit seinem dunklen Zwillingsbruder und stürzt seiner Macht beraubt zur Erde. Mit diesem Buch sucht die Autorin nach Antworten auf die existentiellen Fragen des Menschen. Es richtet sich an Jugendliche sowie an Erwachsene und ist der Versuch, das komplexe Verhältnis von Gut und Böse, irdischer und göttlicher Ordnung, Glaube und Wissen, Mensch und Gott darzustellen.

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Tomasz Trojanowski


Werk:

Katzengeschichten
„Kocie historie“,
illustriert von Malwina Wieczorek,
Philip Wilson 1997

Tomasz Trojanowski wurde 1965 geboren und lebt in Warschau. Er studierte Pädagogik und ist Autor von mehr als einem Dutzend Hörspielen und Fernsehsendungen für Kinder. Die humorvollen und originellen „Katzengeschichten“ (Kocie historie) sind sein literarisches Debüt, wofür er 1998 mit dem Kornel-Makuszynski-Literaturpreis ausgezeichnet wurde.

Die Katzengeschichten sind eine Sammlung halb fantastischer, halb realistischer Erzählungen. Als Helden treten der Autor selbst und seine drei Katzen auf, die, wie alle Katzen, charakterstarke Individualisten sind. Mit viel Humor und Originalität versetzt sich der Autor in die Psyche der Tiere, die übermütigen Kindern ähneln. Sie sind nicht nur klug, sondern besitzen auch die Fähigkeit, sich mit Menschen zu verständigen. Durch die lebendigen und oftmals überraschenden Dialoge und die großartig gezeichneten Charaktere sind die Katzengeschichten ein vergnügliches Buch zum Vorlesen und Selberlesen für Kinder im Vorschul- und Grundschulalter. Aber auch so mancher erwachsene Katzenliebhaber wird seinen Spaß daran haben.

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Józef Wilkon



Werke/Auswahl:

Die Löwenkinder
von Janosch, Bilder von Józef Wilkon,
Middelhauve 1968, 2. Aufl. 1992
Die Arche Noah von Piotr Wilkon
Bilder von Józef Wilkon,
Nord-Süd 1992
Leopanther. Eine Liebesgeschichte von
Piotr Wilkon,
Bilder von Józef Wilkon, dt. von
Ulrike Herbst-Rosocha, 4. Aufl. Patmos 1998
Der kleinste Elefant der Welt,
von John Wilson, Bilder von Józef Wilkon,
dt. von Kurt Baumann, Schweiz,
Jugendschriftenwerk 1998
Kleiner großer Bär von Piotr Wilkon,
Bilder von Józef Wilkon,
Patmos 2000

Józef Wilkon, 1930 geboren, studierte Malerei an der Akademie der Künste Kraków und Kunstgeschichte an der Jagiellonen-Universität.
Józef Wilkon hat bisher mehr als 150 Bücher für Kinder und Erwachsene
illustriert. Er hat die Welt des Märchens und der Poesie zu einem Hauptgebiet seines künstlerischen Schaffens gewählt. Viele seiner außergewöhnlichen Illustrationen sind durch die Beobachtungen seiner unmittelbaren Umgebung, vor allem der Tierwelt, entstanden. Neben der Malerei und Buchillustration hat er sich in den letzten Jahren noch auf ein weiteres Abenteuer eingelassen: aus Holz, Zink, und Kupferblech entstanden Figuren, die eine neue Welt des Wilkoƒschen Schaffens erschließen.

Viele Arbeiten (Illustrationen und Skulpturen) seines über 40-jährigen Schaffens sind in der Ausstellung
„70 Jahre Józef Wilkon – 40 Jahre Illustration“
in der Zentralbibliothek/StadtBibliothek Köln vom 13. Mai bis 3. Juni zu sehen.

In seinen Workshops mit Kindern vermittelt er mit Hilfe einfacher Maltechniken seine Kunst, Tiere und ihre charakteristischen Eigenschaften zu zeichnen. Indem er Kindern eingangs eine kleine Geschichte erzählt, stimmt er sie auf die Welt der Tiere ein, auf ihre Stärken und Schwächen, auf ihre Sehnsüchte und Eitelkeiten. Es entstehen in der Arbeit mit den Kindern oftmals Zeichnungen, die selbst ihn in Erstaunen versetzen.

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Ewa Zienkiewicz


Werk:

Kinder vom Rande der Stadt
„Dzieciaki ze skraju miasta“,
illustriert von Ewa Zienkiewicz,
Albatros 1997

Ewa Zienkiewicz wurde 1955 geboren und lebt in Szczecin. Sie hat einige Jahre als Lehrerin gearbeitet, bevor sie ihr erstes Kinderbuch schrieb. Die Abenteuer der „Kinder vom Rande der Stadt“ (Dzieciaki ze skraju miasta) sind teilweise Erinnerungen an ihre eigene Kindheit. Darin erzählt Agnieszka, ein aufgewecktes, elfjähriges Mädchen in Form eines Tagebuches von ihrem Alltag. In den Notizen spiegeln sich die Freuden und Leiden des ersten Schultags, die Freundschaften, aber auch die privaten Nöte und Ängste der kleinen Agnieszka wider, die mit ihrem Bruder und ihrer Mutter am Rande der Stadt lebt. Ihr Vater ist verschollen. Agnieszka möchte gerne mehr über ihn erfahren, doch die Erwachsenen weichen ihren Fragen aus. Wird sie jemals die Wahrheit erfahren?
Mit großem Einfühlungsvermögen in die kindliche Psyche lässt Ewa Zienkiewicz ihre Heldin zu Wort kommen. Die Tagebucheintragungen wirken direkt und authentisch, was der Geschichte großen Reiz verleiht. Agnieszkas Tagebuch macht deutlich, dass Kinder mit ihrer unbekümmerten Lebensfreude und dem unverstellten Bedürfnis nach Wahrheit den Erwachsenen oft einen Schritt voraus sind. Diese müssen auf schmerzliche Weise erkennen, dass sie durch ihren komplizierten und konfliktreichen Alltag nicht nur die Kindheit, sondern auch die einfache Freude am Leben verloren haben.

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