Kurt Jooss: Der Grüne Tisch

Politisches Tanzstück, Uraufführung 1932 im Pariser Théâtre des Champs Elysées

„Der grüne Tisch”, zeitgenöss. Ensembleaufnahme eines unbek. Fotografen, Repro: Susanne Fern

Die zehn Männer scheinen heftig zu diskutieren. Im Scheinwerferlicht der tief hängenden Lampe geben sich die befrackten Herren aufgeregt, dann nachdenklich, dann gestikulieren sie wieder wild durcheinander, ehe sie ihre Köpfe konspirativ über den grünbezogenen Konferenztisch beugen. Mit seinem 1932 in Paris uraufgeführten Tanzdrama „Der Grüne Tisch“ wurde Kurt Jooss (1901–1979) über Nacht berühmt. In der stilprägenden Verbindung von klassischen und modernen Elementen entfaltete der Choreograph einen bittersüßen „Totentanz in acht Bildern“; bis heute wird sein Stück in Theatern weltweit aufgeführt. Mit der Gründung der Folkwang-Bühne 1928 in Essen legte der gebürtige Schwabe den Grundstein für die Ausformung eines neuen Tanztheaters. Seit der Uraufführung seines Anti-Kriegs-Balletts als einer der innovativsten Köpfe der internationalen Szene bekannt, kehrte der emigrierte Pädagoge 1949 ins Rheinland zurück, um seine Arbeit an der Folkwang-Schule, unter anderem als Lehrer von Pina Bausch, wieder aufzunehmen.

Kurt Jooss (1901-1979) wurde 1930 Ballettdirektor am Essener Opernhaus. Weltbekannt wurde Jooss als Choreograph von Der Grüne Tisch, einer expressionistischen, tänzerischen Darstellung von Verhandlungen über Krieg und Tod, und wurde 1932 in Paris dafür mit dem 1. Preis des Internationalen Choreographischen Wettbewerbs ausgezeichnet.