Ludwig XIV. im Kostüm des Sonnengotts Apoll

Handkolorierte Kreidelithographie aus dem Jahr 1820

Repro: Susanne Fern

Die Disziplinierung des Körpers und der Bewegung

Der französische König war äußerst ungehalten: „Viele Nichtskönner haben versucht, den Tanz zu entstellen und ihn beim größten Teil der hochmögenden Leute zu verderben; was dazu führt, dass wir an unserem Hof und in unserem Gefolge nur wenige sehen, die fähig sind, in unserem Balletten aufzutreten.“ Und so gründete Ludwig XIV. 1661 die ‚Académie Royale de la Danse‘, an der der 13 renommierte Tanzmeister die Welt des Tanzes von Grund auf reformieren sollten. Um in ausreichender Zahl Tänzer und Tänzerinnen auszubilden, musste eine Schule her: 1713 wurde daher die ‚école de danse‘ an der Pariser Oper gegründet. Sie wird zum Ausgangspunkt der Entwicklung einer Sprache des Körpers und der Bewegung, die aufgrund systematischer Formung und Schulung den Tänzer zu einer „Präzisionsmaschine“ werden lässt. Und dadurch endgültig dem Tanz den Weg zu einer eigenständigen Kunstgattung ebnet.

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