Mary Wigman tanzt "Spukhafte Gestalte (Vision)"

gezeichnet von Max Lecher um 1925

Mary Wigmann tanzt "Spukhafte Gestalt (Vision)" gezeichnet von Max Lecher um 1925

Eingebunden in die kulturelle Vielfalt der 1920er Jahre erreichte der Tanz eine nie zuvor gekannte Popularität. Dabei gab der Tanz alles andere als ein einheitliches Bild ab. Eine Vielzahl von Tänzerpersönlichkeiten und Tanzstilen konzentrierte sich in den großen Städten - Berlin, Dresden, Hamburg und Essen – und buhlte Abend für Abend erfolgreich um die Aufmerksamkeit von Zuschauern und Kritikern. Und die Suche nach neuen Formen und Definitionen des Tanzes ging weiter – auf der Bühne wie auch jenseits davon: in Diskussionen, Tanz-Kongressen, Tagungen und Vorträgen. Mal sollte der Tanz – wie bei Kurt Jooss Kunstwerk, frei von jeglichem ideologischen Ballast oder – wie bei Rudolf von Laban – Magie der Bewegung, die das Reich der Schönheit und Harmonie erschließt. Für Mary Wigman, so veranschaulicht es  diese Zeichnung von Max Lecher, war der Tanz in den 1920ern Ausdruck des subjektiven Weltverständnisses jedes Einzelnen und darin Ausdruck der Zeit.

Doch welcher stilistischen und weltanschaulichen Richtung man als Tänzer und Choreograph in jener Zeit auch angehörte: Tanz war immer „gelebte Utopie“.

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