Schuhe

Spätestens seit 1726 die Camargo, Tänzerin an der Pariser Opéra den Absatz ihrer Tanzschuhe entfernte, um frei auf den Spitzen ihrer Füße zu stehen und so den Tanz „sur la pointe“ kreierte, ist der Ballettschuh ebenso Inbegriff tänzerischer Eleganz wie Sinnbild der alltäglichen Anstrengungen, die eine Tänzerin leisten muss, um diese Eleganz zu erreichen und zu bewahren. Marie Taglioni, die schon in ihrer Stuttgarter Zeit (1824-1828) auf Spitze tanzte, war es, die 1832 in „La Sylphide“ den Spitzentanz aus seiner Funktion einer virtuosen Leistung in den Rang eines sublimen Ausdrucksmittels der tänzerischen Poesie erhob.

Oft bewertert das Publikum die Ballettschuhe fälschlicherweise nur wie einen Teil des Kostüms, den man einfach überzieht, um zu tanzen. Was für ein Irrtum! Tänzerinnen verwenden unzählige Stunden ihres Lebens für die Vorbereitung der Ballettschuhe, welche neben der Form die richtige Härte oder Weichheit aufweisen müssen, für das Benähen der Spitze, Annähen der Bänder, Gummis usw.

Die Lebensdauer eines Ballettschuhes ist sehr begrenzt: nach einer oder zwei Vorstellungen ist der Schuh „ausgetanzt“, was pro Spielzeit zu einem Verbrauch von 50 bis 100 Schuhen pro Tänzerin führt.
Dient der Schuh der Verlängerung der Körperlinie, der Vervollkommnung der Pirouettentechnik und der Suggestion von Leichtigkeit und Schwerelosigkeit, so nehmen Spiegel und Stange für den Tänzer im Training die Rolle des Partners ein. Sie sind unabdingbares Hilfsinstrument bei der Modellierung des tänzerischen Körpers zum idealen Ausdrucksinstrument und der Vervollkommnung des persönlichen Ausdrucks.